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CD-Besprechung

A. Bliss • W.A. Mozart • C.M. v. Weber

Avi-music 1 CD 8553216

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.11.10

Klassik Heute
Empfehlung

Avi-music 8553216

1 CD • 66min • 2010

Der Anlage nach ist Carl Maria von Webers „Großes Quintett“ für Klarinette und Streicher so etwas wie ein Klarinettenkonzert mit Kammerbesetzung. Es bietet dem Solisten eine Fülle von wirkungsvollen Auftritten, die auch einer theatralischen Note nicht entbehren. Der Klarinettist kann darin das gesamte Ausdrucksspektrum seines Instruments vorstellen: die Charakteristika der verschiedenen Lagen, dynamische Kontraste, atemberaubende Geläufigkeit und ausdrucksvolle Kantilenen. Einprägsame Melodik gepaart mit einem guten Schuss instrumentaler Akrobatik macht das Werk zu einem der dankbarsten für diese Besetzung. Umrahmt wird das Prachtstück von Mozarts Allegro-Fragment für Klarinette und Streichquartett von 1787 (im Anhang des Köchel-Verzeichnisses unter Nr. 91 gelistet) in zwei verschiedenen Versionen, die von den Mozart-Koryphäen Franz Beyer bzw. Robert D. Levin erstellt wurden.

In eine ganz andere Klangwelt führt das groß angelegte Klarinettenquintett des englischen Spätromantikers Sir Arthur Bliss. Der Komponist schrieb es 1931 im Andenken an seinen im Ersten Weltkrieg gefallenen jüngeren Bruder, der selbst Klarinette spielte. Wie die ein Jahr zuvor entstandene spektakuläre Chor-Sinfonie Morning Heroes stellt es eine Auseinandersetzung mit dem noch nach zwanzig Jahren wirkenden Trauma des Krieges dar. Allerdings handelt es sich hier um eines der intimsten und introspektivsten Werke des Komponisten, der später vor allem als Schöpfer von wirkungsvoller Filmmusik und – in seiner Eigenschaft als „Master of the Queen’s Music“ – repräsentativen Kantaten und Festkompositionen Berühmtheit erlangte.

Das Quintett, das man getrost zu den Meisterwerken für diese Besetzung zählen kann, stellt sowohl an den Klarinettisten als auch an die Streicher höchste Anforderungen. Der Klarinettist Wolfgang Meyer, Professor an der Musikhochschule Karlsruhe und zusammen mit seiner Schwester Sabine Mitglied im Trio di Clarone, besticht durch ungemein modulationsfähigen Ton und brillante Technik. Das junge Eisler Quartett, bestehend aus Elisabeth Weber und Clemens Linder (Violine), Pauline Sachse (Viola) und Mischa Meyer (Violoncello), bleibt den vielfältigen Ansprüchen des Werkes ebenfalls nichts schuldig und erweist sich als flexibler, musikalisch gleichberechtigter Partner. Auch die Aufnahmetechnik verdient höchstes Lob für ein bemerkenswert gut ausbalanciertes, natürliches Klangbild. Beste Voraussetzungen also dafür, dass diese Veröffentlichung dazu beiträgt, den Komponisten Arthur Bliss auch diesseits des Kanals einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Es lohnt sich.

Sixtus König † [18.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Quintett B-Dur KV Anh. 91 für Klarinette und Streichquartett (vervollständigt von Franz Beyer) 00:07:13
2 C.M. v. Weber Klarinettenquintett B-Dur op. 34 00:25:26
6 W.A. Mozart Quintett B-Dur KV Anh. 91 für Klarinette und Streichquartett (vervollständigt von Robert. D. Levin) 00:06:55
7 A. Bliss Quintett A-Dur op. 50 für Klarinette und Streicher 00:26:31

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Wolfgang Meyer Klarinette
Eisler Quartett Streichquartett
 
8553216;4260085532162

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