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CD-Besprechung

Aulis Sallinen: The Red Line op. 46 (Oper in zwei Akten)

Ondine 1 DVD-Video ODV 4008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 05.11.10

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Ondine ODV 4008

1 DVD-Video • 2h 39min • 2009

Punainen viiva (The Red Line), die zweite Oper von Aulis Sallinen, 1978 in Helsinki uraufgeführt, gehört längst zu den „Klassikern” des finnischen Musiktheaters, hatte auch bei Gastspielen im Ausland große Erfolge und wurde auf einigen deutschen Bühnen nachgespielt. Die sehr dichte Neu-Inszenierung am Ort der Uraufführung, die jetzt als DVD-Mitschnitt vorliegt, belegt die theatralische Lebenskraft des Werkes und seine Zeitlosigkeit trotz des historischen Sujets.

Die Oper basiert auf dem 1909 erschienenen gleichnamigen Roman von Ilmari Kianto (1874-1970). Den Hintergrund der Handlung bildet die erste Parlamentswahl in Finnland (1907), zu der – erstmals in Europa überhaupt – auch Frauen zugelassen waren. In den nordfinnischen Wäldern, wo die Menschen in Armut und Elend leben, erhofft man sich von der versprochenen neuen Ordnung bessere Lebensverhältnisse. Ein sozialistischer Agitator predigt Befreiung von der Ausbeutung und vom Druck der Kirche. Auch der Kleinbauer Topi und seine Frau Riika, die nicht wissen, wie sie ihre drei Kinder ernähren sollen, sind bereit, mit einem „roten Strich” der Linken ihre Stimme zu geben. Doch als die Sozialisten bei der Wahl gewonnen haben, sind die Kinder tot, weil das Geld für die Medizin gefehlt hat. Die kirchengläubige Nachbarin Kaisa sieht darin eine Strafe Gottes.

Wie sein italo-amerikanischer Kollege Gian Carlo Menotti, mit dem er gelegentlich verglichen wurde, ist Sallinen eine Doppelbegabung als Librettist und Komponist. Seine Einrichtung des Romans beweist ausgeprägten Theatersinn, sein suggestiver Kompositionsstil, der an Harmonie und Kantilene festhält und sich vereinzelt des Leitmotivs bedient, zieht den Hörer in den Sog der Handlung.

Die Inszenierung des renommierten Schauspielregisseurs Pekka Milonoff führt die Geschichte aus dem Realismus des Arme-Leute-Milieus durch strenge Stilisierung auf die Höhe einer antiken Tragödie, wobei der symbolstarke Einsatz der Tsuumi Dance Company einen wesentlichen Beitrag leistet. Die Führung der Sängerschauspieler und des Chores ist zwar holzschnittartig, aber außerordentlich präzise und prägnant. Man kann nur staunen über die hohe Leistungsfähigkeit des Ensembles. Voran Jorma Hynninen, der Topi der Uraufführung, der die Partie nun dreißig Jahre später mit ungebrochener stimmlicher Kraft und mit knappsten gestischen und mimischen Mitteln bezwingend gestaltet. Päivi Nisula als seine Frau Riika steht ihm an sängerischer und darstellerischer Intensität in nichts nach. Von den Episodenrollen prägen sich besonders Aki Alamikkotervo als Agitator, Hannu Forsberg als bänkelsingender Hausierer und Anna-Lisa Jakobsson als Gottesstreiterin Kaisa ein. Mikko Franck zieht mit dem Orchester der Finnischen Nationaloper alle Register, um Musik und Drama zur größtmöglichen Wirkung zu bringen.

Ekkehard Pluta [05.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Sallinen The Red Line op. 46 (Oper in zwei Akten)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jorma Hynninen Topi, ein Kleinbauer - Baß
Pälvi Nisula Riika, Topis Frau - Sopran
Aki Alamikkotervo Puntarpää, der Aufwiegler - Tenor
Hannu Forsberg Simana Arhippaini, ein Hausierer - Tenor
Finnish National Opera Chorus Chor
Finnish National Opera Orchestra Orchester
Mikko Franck Dirigent
 
ODV 4008;0761195040089

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