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CD-Besprechung

Haydn
Live in Lockenhaus

Haydn<br />Live in Lockenhaus

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 13.08.10

VMS 222

1 CD • 80min • 2009

Als „auf eine gantz neue besondere art" komponiert, so beschrieb Joseph Haydn seine 1782 in Wien erschienenen, nach ihrer Widmung an den Großfürsten Paul von Russland auch als „Russische" bezeichneten Quartette op. 33. Und wirklich sind sie als Muster an Einfallsreichtum und geistvollem Spiel mit der Erwartungshaltung des Hörers ohne Vorbild. So beginnt etwa das G-Dur-Quartett, das diesen Live-Mitschnitt vom Kammermusikfest Lockenhaus eröffnet, mit einer typischen Schlusswendung. Kaum hat sich der Hörer von diesem Schock erholt, stehen ihm neue Überraschungen bevor in Form von unregelmäßiger Periodenbildung, harmonischen Ausweichungen oder unerwarteten Motiv-Spielen, die durch alle Instrumente wandern. Das traditionelle Menuett ist durch ein auf Beethoven vorausweisendes widerborstiges Scherzo ersetzt und das Finale kommt als unschuldiges Tänzchen daher, das erst auf der Zielgeraden in ein wirbelndes Presto umschlägt.

Doch auch das nach einer alten Titelvignette als „Sonnenquartette" bezeichnete Opus 20, aus dem hier das im Allegro di molto dramatisch zugespitzte g-Moll-Quartett und das durch ein ausdrucksvolles Adagio und ein verspieltes Final-Presto ausgezeichnete D-Dur-Werk erklingen, quillt nur so über von fantasievollen Gestaltungsmomenten, die es zu einem nicht minder bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung der Gattung machen.

Das Wiener Hugo Wolf Quartett widmet sich dem Haydnschen Quartettkosmos mit der gebotenen Achtung und Sorgfalt, spürt seinen geheimen Gedankengängen nach und offenbart viel vom Reichtum seiner Fantasie. Dass dabei die schnellen, quirligen Sätze stärker wirken als die langsamen, liegt am spärlichen Vibratogebrauch, der die Fähigkeit der Instrumente zum Singen merklich beschneidet. Insgesamt liegt ein Hauch von Manier über diesen etwas ätherischen, klanglich nicht immer ganz ausgewogenen und in ihren rhythmischen Freiheiten nicht immer ganz nachvollziehbaren Wiedergaben. Da vermitteln etwa die kernigeren Aufnahmen des Auryn Quartetts mit ihrem musikantischeren Ansatz mehr strukturelle Klarheit. Vielleicht ist auch die Lockenhauser Pfarrkirche nicht der ideale Aufnahmeort für eine restlos durchgezeichnete Kammermusikproduktion.

Sixtus König † [13.08.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Streichquartett G-Dur op. 33 Nr. 5 Hob. III:41 00:20:16
5 Streichquartett g-Moll op. 20 Nr. 3 Hob. III:33 00:28:44
9 Streichquartett D-Dur op. 20 Nr. 4 Hob. III:34 00:29:36

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hugo Wolf Quartett Ensemble
 
222;9120012232228

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