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CD-Besprechung

W. Walton

BIS 1 CD/SACD 1646

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 30.06.10

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BIS 1646

1 CD/SACD • 71min • 2008

Es ist zwar schön, dass man die beiden bedeutenden Sinfonien von William Walton (1935; 1957) endlich einmal gemeinsam auf einer SACD findet, doch davon abgesehen gibt es einiges Problematische: Owain Arwel Hughes kümmert sich mit ausgesprochener Besessenheit um die Details, die Balance und die Mischung der Instrumente. Dadurch wird Waltons Musik oft kammermusikalisch aufgelichtet. Doch läuft dieser Ansatz Gefahr, sich zu verzetteln und das Weiträumig-Visionäre aus den Augen zu verlieren. In ihren unschönsten Momenten wirken beide Aufführungen herunterbuchstabiert, und Stellen, die die Hörer immer besonders packen (z. B. der apokalyptische Unisono-Einsatz im ersten Satz der Ersten, Tr. 1, nach 4’39, die Reprise des Anfangsthemas, Tr. 1, ca. ab 11’11 oder die ungeheuerliche Stauung bei 12’09, über die Hughes ungerührt hinweggeht), wirken kraftlos. Der Dirigent hat hier kaum Gespür für das Atmen des Gesamtklangs in sich selbst hinein (ganz anders als in seiner vorzüglichen Gesamteinspielung der Sinfonien von Vagn Holmboe für BIS vor 15 Jahren); Waltons Musik wirkt dadurch oft beengt und trocken.

In dieser Aufnahme fehlt es auch im Mehrkanal-Modus dem Gesamtklang an Breite und Weite. Bei Walton, dessen Vortragsbezeichnungen so oft den Ausdruckscharakter unterstreichen wollen, ist diese Nüchternheit besonders fatal: Das Finale der Ersten wirkt anfangs leider alles andere als Maestoso, tönt in leerem Pathos; das Allegro-Thema hat weder Brio noch Strahlkraft (Walton schreibt „ardentemente“, also „so flammend als möglich“!). Die zweite Sinfonie beginnt etwas viel versprechender und kommt Hughes Ansatz eher entgegen, doch auch hier verliert sich bald jede übergeordnete Spannung im Detailfetischismus. Das Orchester aus Lille spielt Walton so, als ob ihm diese Musik relativ wenig sagt. Die Intonation in einigen Bläsergruppen ist immer wieder mal völlig inakzeptabel, die Trompeten sind in den Tutti gelegentlich lärmend und schneidend. Von Andre Previns glutvoller, früher Aufnahme der ersten Sinfonie mit dem LSO oder der Einspielung von 1957 mit dem London Philharmonic unter Sir Adrian Boult mit ihrer vorbildlichen Farbigkeit und Klangbalance ist diese Neueinspielung leider himmelweit entfernt.

Dr. Benjamin G. Cohrs [30.06.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W. Walton Sinfonie Nr. 1 b-Moll 00:43:14
5 Sinfonie Nr. 2 00:26:37

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orchestre National de Lille Orchester
Owain Arwel Hughes Dirigent
 
1646;7318599916460

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