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CD-Besprechung

Gabriel Fauré Barcarolles

Alpha Productions 162

1 CD • 59min • 2008

19.07.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Gabriel Faurés 13 Barcarolles haben nur am Rande in das so genannte Standard-Repertoire Eingang gefunden. Es handelt sich um schöne, im besten Sinne wässerige Stücke, bisweilen von lauwarmer Diktion, nur selten in Andeutungen, was eine verhaltene Exzentrik bedeuten könnte. Es liegt also eine gewisse Gefahr in einer Einspielung, die sich einzig und allein auf diese sozusagen Lebens begleitenden Stücke bezieht (nämlich von op. 26 bis 116!) – nämlich die Gefahr der hörenden Ermüdung. Natürlich soll es jedem Fauré-Verehrer unbenommen sein, sich das eine oder andere Stück – wie auch in der Serie der Impromptus – je nach Lust und Laune auszuwählen. Wie auch im Fall der Chopin-Nocturnes handelt es sich ja nicht um einen echten Zyklus, sondern um eine Sammlung von Stücken, die einem klar umrissenen ästhetischen, ja nobel-folkloristischen Modell untergeordnet sind.

Die aus Tours stammende, von Paul Grimaldi und Marie-Claude Equoy ausgebildete Pianistin Delphine Bardin entspricht in ihrer pianistisch-mentalen Disposition den angedeuteten Eigenheiten dieser Wasser-, Schaukel- und Bootsminiaturen. Das heißt: sie ist eine eher nachdenkliche, allen Exaltationen abholde Künstlerin, die sich dem sanften Wellenschlag, den sinnierenden Naturspekulationen, den liebevollen Nebensätzen dieser längstens sieben Minuten dauernden Defensiv-Juwelen ergeben und gewachsen zeigt.

Delphine Bardin gewann 1997 den Clara Haskil-Wettbewerb – ohne freilich in den folgenden Jahren (wie etwa Till Fellner) großes Aufsehen zumindest im deutschsprachigen Raum zu erregen. Ich erlebte sie nur kurze Zeit nach ihrem Sieg in Vevey, als sie im Rahmen des Festivals „Musical Olympus“ in St. Petersburg gastierte: eine zahme, auf dem Podium pianistisch eher schüchterne Vertreterin ihres Faches, technisch solide, aber damals ohne wirkliches Bemühen, sich dem Auditorium kenntlich zu zeigen. Hier nun mit Faurés 13 Meditationen scheint sie in ihrem Element zu sein, scheint sie vom Temperament und von den klavieristischen Aufgaben her ein Terrain erobert zu haben, das ihren Möglichkeiten entspricht.

Vergleichsaufnahmen: Crochet (Vox LP SVBX-5423, Collard (EMI LP 2908953) ; op. 26: Uhlig (black box BBM 1054), Volondat (RCA 796512); op. 42: Wild (Ivory classics 77001 Maryland 7.1982); op. 44: Cheung (VAI DVD 4427 /Miami 14.4.2005); op. 70: Barbizet (Lyrinx 018); op. 101: Boegner (RCA 796512), Merlet (RCA 796512).

Peter Cossé † [19.07.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gabriel Fauré
1Barcarolle Nr. 1 a-Moll op. 26 00:04:47
2Barcarolle Nr. 2 G-Dur op. 41 00:06:58
3Barcarolle Nr. 3 Ges-Dur op. 42 00:06:55
4Barcarolle Nr. 4 As-Dur op. 44 00:03:59
5Barcarolle Nr. 5 fis-Moll op. 66 00:06:04
6Barcarolle Nr. 6 Es-Dur op. 70 00:03:47
7Barcarolle Nr. 7 d-Moll op. 90 00:03:04
8Barcarolle Nr. 8 Des-Dur op. 96 00:03:35
9Barcarolle Nr. 9 a-Moll op. 101 00:04:10
10Barcarolle Nr. 10 a-Moll op. 104 00:03:20
11Barcarolle Nr. 11 g-Moll op. 105 00:04:27
12Barcarolle Nr. 12 Es-Dur op. 105 Nr. 2 00:03:20
13Barcarolle Nr. 13 C-Dur op. 116 00:04:08

Interpreten der Einspielung

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