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CD-Besprechung

Ida Haendel spielt Tschaikowsky und Dvorák

Ida Haendel spielt Tschaikowsky und Dvorák

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 04.10.10

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SWRmusic 94.205

1 CD • 65min • 1960, 1965

Vom Musizieren her ist diese CD einfach hinreißend: Die großartige Geigerin Ida Haendel hatte 1960 bereits lange ihren Zenit erreicht; man kann sich der Meinung der Stuttgarter Zeitung (erschienen nach der hier als Live-Mitschnitt vorgelegten Aufführung von Tschaikowskys Violinkonzert am 8. Januar 1960 und im Booklet auszugsweise wiedergegeben) nur vorbehaltslos anschließen: „Abgesehen von dem unerhörten technischen Können und einer völlig gelösten inneren und äußeren Lockerheit besitzt Ida Haendel einen untrüglichen Sinn für Stil und Wirkung. Die schwärmerischen Kantilenen des beliebten Konzertes flossen wunderbar klingend aus der prächtigen Geige, glockenrein in der Intonation, vornehm und schlicht im Ausdruck." Das gilt mehr noch auch für den nachfolgenden Mitschnitt von Dvoráks Violinkonzert, der für den Verfasser dieser Zeilen auch persönliche Bedeutung hat, da er genau am Tag der Aufnahme das Licht der Welt erblickte.

Die musikalisch ebenso mitreißenden Aufnahmen der Konzerte von Mendelssohn und Brahms (Hänssler Classic CD 94.202) mit Ida Haendel sind bereits erschienen; die Aufnahmen der Konzerte von Bartók und Khachaturjan folgen noch. Das damalige Sinfonie-Orchester des Süddeutschen Rundfunks (heute das RSO Stuttgart) spielte unter seinem langjährigen, altgedienten Chefdirigenten Hans Müller-Kray auf erstaunlich hohem Niveau. Müller-Kray ist vielleicht zu Unrecht überschattet von Sergiu Celibidache, der 1971, zwei Jahre nach dem Tod von Müller-Kray, dessen Nachfolger wurde. Das leidenschaftliche, atmende Musizieren-Lassen von Müller-Kray kommt in dem Mitschnitt des Dvorák-Konzertes vom 21.9.1965 vielleicht noch besser zur Geltung. Das mag auch an der Aufnahmequalität liegen: Man hat für das CD-Mastering sicher alles Menschenmögliche getan, aber der Tschaikowsky-Mitschnitt von 1960 klingt nach einer nachträglich aufbereiteten Mono-Aufnahme (ohne dass dies im Booklet erwähnt wäre); jedenfalls wirkt das Orchester dort sehr engräumig, direkt abgenommen und außenstimmenbetont. Die vielschichtigen Nuancen des Orchesterspiels kommen dort im Gegensatz zur technisch weit besseren Dvorák-Aufnahme kaum zur Geltung, auch wenn das Spiel von Ida Haendel in beiden Fällen hinreichend gut herauskommt. Zumindest vom Dvorák-Konzert kenne ich insgesamt keine schönere Aufnahme. Die CD gehört in jede ernsthafte Klassik-Sammlung.

Dr. Benjamin G. Cohrs [04.10.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Tschaikowsky Konzert D-Dur op. 35 für Violine und Orchester
4 A. Dvořák Violinkonzert a-Moll op. 53 B. 108

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ida Haendel Violine
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Orchester
Hans Müller-Kray Dirigent
 
94.205;4010276022046

Bezug über Direktlink

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