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CD-Besprechung

Josef Myslivecek

Complete Wind Octets & Quintets

cpo 777 377-2

1 CD • 66min • 2007

26.02.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Il Boemo" wurde Josef Myslivecek in Italien genannt, wo der 1737 bei Prag geborene Sohn eines Mühlenbesitzers eine glanzvolle Karriere als Opernkomponist verfolgte. Melodischer Einfallsreichtum und ein ausgeprägter Sinn für das Gesangliche machten ihn zu einem Liebling der Primadonnen und bewirkten, dass seine Opern (insgesamt etwa 30 an der Zahl) um 1770 in Neapel, Venedig oder Turin mit Begeisterung aufgenommen wurden. Aber auch seinen Instrumentalwerken kamen die genannten Eigenschaften zugute. Mozart, mit dem Myslivecek wiederholt zusammentraf, schätzte seine Violinkonzerte und Sonaten sehr und ließ sich von seiner vokalen Schreibweise beeinflussen. Nachdem ein ausschweifender Lebenswandel sowohl Mysliveceks wirtschaftliche Situation als auch seine Gesundheit ruiniert hatte, starb er arm und vereinsamt im Alter von 43 Jahren in Rom.

Vermutlich in den letzten Monaten seines Lebens schrieb Myslivecek die sechs dreisätzigen Quintette für die ungewöhnliche Besetzung von zwei Oboen, zwei Hörnern und Fagott – geschliffene Miniaturen, Zeugnisse reicher Inspiration und gediegener Satzkunst. Sie sind in der vorliegenden Produktion eingestreut zwischen die drei Bläser-Oktette, die in ihrer Mischung aus böhmischer Musizierfreude und italienischem Formbewusstsein zum Schönsten gehören, was es für die Besetzung von je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten, zu denen der Gepflogenheit der Zeit entsprechend ein Kontrabass zur Verstärkung tritt, gibt. Auch hier scheint das Gesangliche Pate zu stehen, sei es in ausdrucksvollen Kantilenen, sei es in geschmeidigen Koloraturen. Die technischen Anforderungen sind beträchtlich, manche Passagen – zumal auf Instrumenten der damaligen Zeit, wie sie auch in dieser Einspielung Verwendung finden – geradezu halsbrecherisch. Vor allem die Hörner vollbringen hier eine bravouröse Leistung. Dank des historischen Instrumentariums ist der Klang hell timbriert, mitunter etwas scharf, dabei von großer Frische und Lebendigkeit. Das Bläser-Ensemble des L'Orfeo Barockorchesters unter der Leitung der Oboistin Carin van Heerden serviert die unterhaltsamen Meisterwerke virtuos, spritzig und voll Charme, aber auch mit Empfindsamkeit und feinem Klangsinn. Was Mozart über die Sonaten äußerte, gilt auch für diese Werke Mysliveceks: Sie sind sehr effektvoll und sollten jedermann gefallen...

Sixtus König † [26.02.2010]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Josef Myslivecek
1Bläseroktett Nr. 1 Es-Dur EvaM 8:Eb1 00:15:06
4Bläserquintett Nr. 3 Es-Dur EvaM 5:Eb3 00:05:38
7Bläserquintett Nr. 4 B-Dur EvaM 5:Bb3 00:06:00
10Bläserquintett Nr. 5 F-Dur EvaM 5:F3 00:03:49
13Bläseroktett Nr. 2 Es-Dur EvaM 8:Eb2 00:09:58
16Bläserquintett No. 1 D major EvaM 5:D2 00:06:40
19Bläserquintett No. 2 G major EvaM 5:G2 00:05:04
22Bläserquintett No. 6 C major EvaM 5:C3 00:04:57
25Bläseroktett No. 3 B flat major EvaM 8:Bb1 00:08:28

Interpreten der Einspielung

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