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CD-Besprechung

The Welte Mignon Mystery Vol. XIV
Opera Composers

The Welte Mignon Mystery Vol. XIV<br />Opera Composers

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 17.03.10

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Tacet 178

1 CD • 74min • 2009

Dass die vorliegende Veröffentlichung, immerhin schon das vierzehnte der „Welte Mignon Mysteriesì“aus dem Hause Tacet, ein komplettes emotionales Spektrum von gepflegter Langeweile bis zu fesselnden, aufregenden Momenten präsentiert, liegt in der Natur der Sache begründet. Engelbert Humperdinck geht bei seinen Piècen offenbar mit vielen Pastellfarben, nicht aber mit derselben Vehemenz zu Werke wie etwa Max von Schillings, der sich bei seinem Hexenlied und dem Vorspiel zu Der Pfeifertag gehörig ins Zeug gelegt haben muß – nach allem, was man über den Herrn des Moloch und der Mona Lisa so lesen kann, scheint das ein durchaus glaubwürdiges akustisches Konterfei seiner etwas rauhbeinigen Natur zu sein. Gleichermaßen interessant ist es, Eugen d’Alberts pianistische Plauderei am Beispiel zweier Potpourris und eines Scherzos mit Ruggiero Leoncavallos Streifzügen durch eigene Bühnenschöpfungen zu vergleichen: Es ist, als ob hier neben dem generösen Weltmann ein eher schüchterner Charakter erscheint, der dann erstaunlicherweise bei dem Musetten-Walzer seiner eigenen Bohème so richtig aufblüht und aus sich herausgeht – als wolle er aller Welt zeigen, dass auch sein Werk die Chance auf den ersten Platz gehabt hätte ...

Ein Urteil über die Interpretation muss aus begreiflichen Gründen entfallen, und auf ein solches über die Aufbereitung des historischen Materials verzichte ich gern angesichts der exzellenten Klangresultate. Die über die rein akustischen Begegnungen hinausreichenden Kontakte jedoch mit denen, die uns hier ein winziges Bruchstück ihrer schöpferischen Impulse hinterlassen haben – gewissermaßen die Kunde vom Fortbestand des Wesens – machen für mich den eigentlichen Wert dieser Veröffentlichungen aus: Auch die komplizierteste Maschine transportiert eben nicht nur nackte Informationen, sondern auch eine Fülle von Dingen, die im wahrsten Sinne des Wortes „aus der Rolle“ fallen.

Rasmus van Rijn [17.03.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. d' Albert Flauto Solo (Lustspiel-Potpourri) 00:11:18
2 Scherzo Fis-Dur op. 16 Nr. 2 00:02:58
3 Tiefland (Szenen) 00:06:57
4 R. Leoncavallo Der Bajazzo (Intermezzo) 00:03:01
5 I Medici (Vorspiel zum 1. Akt) 00:02:29
6 La Bohème (Valse de Musette) 00:02:46
7 Romance a-Moll 00:02:05
8 Rêverie F-Dur (Au bord du lac) 00:03:08
9 Valse passionnée (Flirt-Walzer) 00:06:06
10 E. Humperdinck Hänsel und Gretel (Traumszene) 00:07:00
11 Die Heirat wider Willen (Menuett) 00:01:19
12 Königskinder (Rosenringel) 00:00:43
13 M.  Schillings Der Pfeifertag (Vorspiel) 00:07:21
14 Das Hexenlied 00:05:47
15 E. Humperdinck Wiegenlied 00:03:24
16 H. Zöllner Die versunkene Glocke (Rautendeleins Lied) 00:06:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Eugen d' Albert Klavier
Ruggiero Leoncavallo Klavier
Max von Schillings Klavier
Engelbert Humperdinck Klavier
Heinrich Zöllner Klavier
 
178;4009850017806

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