Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Henri Duparc Complete Melodies

Henri Duparc<br />Complete Melodies

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 16.07.09

Fuga Libera FUG552

1 CD • 62min • 2008

Henri Duparc (1848-1933) war ein eigenartiger Fall in der französischen Musikgeschichte. Schüler des „orthodoxen“ Komponisten und entschiedenen Wagner-Verächters César Franck, geriet er wie viele andere Musiker seiner Generation in den Bann des Bayreuther Meisters und versuchte sich schließlich selbst an einer Oper. Doch während der Arbeit an Roussalka musste er feststellen, dass er für das Musikdrama nicht geschaffen war. Kurz entschlossen verbrannte er das Manuskript. Ähnlich selbstkritisch ging er auch mit seinen anderen Werken um. Zwar gilt er bis heute als ein führender Vertreter des französischen Lieds (was dort „mélodie“ genannt wird), doch mit Erstaunen stellt man fest, dass sich sein gesamtes überliefertes Schaffen in diesem Genre auf 16 Titel beschränkt, die zusammen gerade mal eine Stunde füllen. Ursprünglich als Klavierlieder geschrieben, wurden sie später von Duparc selbst in impressionistischer Manier orchestriert.

Sieht man sich den farbenreichen, differenzierten Klaviersatz der Lieder mit ihren langen Nachspielen an, so scheint hier das Orchester von Anfang an mitgedacht gewesen zu sein. Die belgische Mezzosopranistin Michèle Losier bringt für Duparcs Mélodies die besten Voraussetzungen mit – eine expansionsfähige, in der Höhe wie in der Tiefe leicht ansprechende Stimme und ein starkes gestalterisches Temperament. Allerdings gehen der vokale Entfaltungswille und der emotionale Überschwang oftmals zu Lasten der Texte, die eher in die musikalische Linie eingebunden als wirklich gestaltet und „abgeschmeckt“ werden. Immerhin handelt es sich hier um hochkarätige Lyrik von Baudelaire, Gautier und anderen, darunter eine französische Adaption von Goethes Mignon-Lied „Kennst du das Land“. Daniel Blumenthal schöpft die Möglichkeiten seines ergiebigen Klavierparts voll aus, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Ekkehard Pluta [16.07.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Duparc L' invitation au voyage 00:04:17
2 Au Pays ou se fait la guerre 00:05:17
3 Romance de Mignon 00:04:29
4 Le Galop 00:03:07
5 Soupir 00:03:10
6 Sérénade 00:02:28
7 Chanson triste 00:03:14
8 La vague et la cloche 00:06:05
9 Elégie 00:03:12
10 Le manoir de Rosemonde 00:02:44
11 Extase 00:03:32
12 Sérénade florentine 00:02:43
13 Phidylé 00:05:28
14 Lamento 00:03:24
15 Testament (Text: Silvestre) 00:03:49
16 La vie antérieure (Text: Baudelaire) 00:04:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Michèle Losier Mezzosopran
Daniel Blumenthal Klavier
 
FUG552;5400439005525

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc