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CD-Besprechung

L.v. Beethoven

BIS 1 CD/SACD stereo/surround BIS-SACD-1792

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.07.09

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BIS BIS-SACD-1792

1 CD/SACD stereo/surround • 58min • 2008

Mit seinen Beethoven-Aufnahmen der letzten Zeit auf dem Hammerflügel hat mich Ronald Brautigam über weiteste Sonaten-Strecken überzeugt, ja begeistert. Passion, spielerische Lust, technische Souveränität und einen eigenen Blick auf die jeweils vorliegenden Partituren prägten diese BIS-Einspielungen. Und nun präsentiert er mit dem hierzulande wenig bekannten, aber durchaus tüchtigen Norrköping Symphony Orchestra ein beliebtes, aber auch weniger vertraute Konzertstücke von Beethoven. Das Resultat – im friedlichen Lauschangriff auf das solistische Beginnen – ist leider enttäuschend. Selbst im B-Dur-Konzert op. 19, dessen rasche, furiose, im Mittelsatz andächtige Spuren – wie man vermuten dürfte – für Brautigam keine Neuigkeit sein sollten, hat man das Gefühl, er spielte vom Blatt, würde sich also von Takt zu Takt hangeln. Die Wiedergabe wirkt verhetzt, in vielen Details verschmiert und deshalb in letzter Konsequenz wie lieblos „abgeliefert“.

Immerhin wird der etwas weniger informierte Beethoven-Verehrer mit der Einspielung des frühen Es-Dur-Konzerts (WoO 4) auf der Ebene des akustischen Nachrichtenwesens belohnt. Den Orchesterpart hat Brautigam rekonstruiert, und ich wage – ohne Kenntnis der Noten – zu behaupten, es ist ihm gelungen, die unschuldigen Klänge dem artigen Klavierpart sinnvoll anzupassen. In dieser Phase des pianistischen Vollzugs fällt es nicht so auf, dass Brautigam nur selten eine echte Beethoven-Hochzeit feiert. Viele Hörer und BIS-Investoren werden dankbar sein, dieses Embryo-Konzert wenigstens kennen lernen zu können. Dies gilt ja auch für das selten beachtete, delikat-schmissige, mit einem hübschen Mittelteil aufwartende B-Dur-Rondo. Sviatoslav Richter und Kurt Sanderling hatten es mit den Wiener Symphoniker betont schlank angelegt, Julius Katchen und Pierino Gamba etwas muskulöser, Pierre-Laurent Aimard und Nikolaus Harnoncourt im Sinne kluger Repertoire-Erweiterung ohne besonderen interpretatorischen Akzent.

Gespannt darf man sein, wie Brautigam die Beethoven-Konzerte Nr. 1, 3, 4 und 5 in Angriff nehmen wird. Zu hoffen ist, dass er sich auf diesem reizvollen, schier unendlich schon ausgeleuchteten Terrain etwas mehr Mühe gibt!

Vergleichsaufnahmen: Rondo WoO 6: Blumenthal – Waldhans (Dureco 1159352), Katchen – Gamba (Great Pianists Philips 456 859-2), Richter – K. Sanderling (Great Pianists Philips 456 949-2), Aimard – Harnoncourt (Warner 2564 60602-2).

Peter Cossé † [07.07.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klavierkonzert Es-Dur WoO 4 (Partitur rekonstr. von Ronald Brautigam) 00:23:09
4 Rondo B-Dur WoO 6 für Klavier und Orchester 00:08:40
5 Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 00:25:09

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ronald Brautigam Klavier
Norrköping Symphony Orchestra Orchester
Andrew Parrott Dirigent
 
BIS-SACD-1792;7318599917924

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