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CD-Besprechung

Nussknacker & Mausekönig

Ein musikalisches Weihnachtsmärchen für Erzähler und Orchester Text von Anne do Paço nach dem gleichnamigen Märchen von E.T.A. Hoffmann
Musik von Tschaikowsky

Acousence Classics ACO-CD 10408

1 CD • 60min • 2007

16.12.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Wer für seine Sprößlinge in letzter Minute vor den Feiertagen eine Überbrückungshilfe beim ungeduldigen Warten auf die Bescherung sucht, gar ein Weihnachtsmärchen mit (wirklich guter) Musik, für den kommt der hier zu empfehlende Tipp fast zu spät. Aber als ein im besten Sinne des Wortes „Klassiker" – wenn auch dem Zeitalter der Romantik zugehörend – ist und bleibt die wundersame Erzählung vom Nußknacker und Mäusekönig weit über den zu datierenden 24. Dezember hinaus hörenswert. Noch dazu in Verbindung mit den beliebt-vertrauten Klängen von Tschaikowskys gleichnamiger Ballettmusik. Komponiert zu einer Textvorlage des Dichters E.T.A. Hoffmann (1776-1822) wurde die ursprünglich rein literarische Vorlage von Anne do Paço jetzt zu einem musikalisch kommentierten Höörbild dramaturgisch umgestaltet. Als Sprecher, mehr noch als komödiantischer Erzähler, der stimmlich in alle Rollen der handelnden Personen zu schlüpfen versteht, entpuppt sich der in Film- und Fernsehproduktionen bewährte Schauspieler Herbert Feuerstein nun auch als ein kindgerecht agierendes Multitalent. Dennoch sollte man das Zuhören als „Familienveranstaltung" von jung und alt einplanen. Denn gelegentlich passiert es eben doch, daß der „neue" Text mit umgangssprachlich für Kinder ungewöhnlichen Vokabeln aufwartet. Da kann es durchaus lehrreich und anregend sein, sich gemeinsam über Begriffe wie Kandiswiese, Obelisk, Großmogul, Haremsdamen, „verunstaltet" oder „zu Tode kommen" mit erfahrenen Zuhörern zu unterhalten. Absolut für sich sprechend und in besten Händen befinden sich die anschaulich und fachgerecht eingeblendeten Musikabschnitte der originalen Ballettmusik dank einer beschwingten, klangfreudigen Wiedergabe durch das Philharmonische Staatsorchester Mainz unter der Leitung seiner Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt. Konzentriertes und aufmerksames Hinhören werden so durch das Doppelerlebnis einer spannenden Handlung von Wort und Ton reich belohnt. Unbefriedigend bleibt jedoch die Moral von der Geschichte, an deren Ende die Länge der Musikstücke zunimmt und (leider) die Konzentration abnimmt. Und schließlich wird die kleine Marie als „Hauptperson" des Geschehens wegen ihrer Traumphantasien, die sie während der Nacht nach dem Weihnachtsabend in eine Wunderwelt entführt haben, von ihren Eltern und dem Patenonkel sogar noch ausgelacht. Das schmerzt uns und zwingt das Kind, erneut sein Heil in der Traumwelt zu finden. Ein solches Happy-End ist, wenn auch historisch „korrekt", für heutige Begriffe problematisch geworden.

Dr. Gerhard Pätzig [16.12.2008]

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