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CD-Besprechung

Der junge Beethoven in Wien 1795-1800

Der junge Beethoven in Wien 1795-1800

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 16.01.09

Clavier Clavier 4

1 CD • 8min • 2008

Gerrit Zitterbart gehört zu den Musikern, die über viele Jahre hinweg künstlerische Kompetenz und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Auch diese, auf fünf schöpferische Jahre eingegrenzten Beethoven-Einspielungen zeigen einmal mehr, wie wendig, wie umsichtig, wenn nötig auch furios dieser Pianist die verschiedensten Kleinigkeiten aus dem WoO-Kalender zu tönen, zu beleben versteht. Dabei hütet er sich vor jeder Art von instrumentaler Grobheit, wie etwa in den fiskalischen Erwägungen des Rondos op. 129. Das hoch lebendige Stück serviert er mit der unumgänglichen Nervosität, aber auch mit jener Feinfühligkeit, die mich am ehesten an Wilhelm Kempffs DG-Einspielung erinnert. Man möchte sich unter dem Eindruck dieses pekuniären Schelmenstücks vorstellen, etwa Rihm oder Ligeti hätten in unseren Tagen ein Klavierstück unter dem Motto „Die Wut über die geklaute Credit Card“ verfasst…

Im Vergleich zu den für das Gesamtwerk Beethovens wichtigen Buchbinder-Aufnahmen (Telefunken bzw. Teldec) favorisiert Zitterbart einen weicheren, humaneren Grundton. Und auch im Verlauf der Pathétique überzeugt er mich in den Ecksätzen mit einer Haltung im Ausgleich von Erregung, Vorwärtsdrang und Höflichkeit, als wollte er zeigen, dass Dramatik nur die eine Seite eines umfangreichen Ausdrucksprojekts darstellt. Hinzu kommt: der Hammerflügel aus der Dresdner Produktion von Johann Heinrich Ernst (ca. 1797–1800) erlaubt dem Spieler eine Fülle von Nuancen, von Anschlagsvarianten – und dies nicht nur im Sinne von historischer Nachbereitung, sondern durchaus als vielfältiger Fingerzeig, wie man auch heute auf altem Gerät die unverwüstlichen frühen Beethovenschen Ideen und Konzeptionen in Erinnerung zu bringen vermag.

Peter Cossé † [16.01.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Rondo a Capriccio G-Dur op. 129 (Die Wut über den verlorenen Groschen ) 00:06:14
2 Rondo C-Dur op. 51 Nr. 1 für Klavier – Moderato e grazioso 00:05:37
3 Rondo G-Dur op. 51 Nr. 2 für Klavier – Andante cantabile e grazioso 00:10:28
4 Klaviersonate Nr. 19 g-Moll op. 49 Nr. 1 00:08:16
6 Klaviersonate Nr. 20 G-Dur op. 49 Nr. 2 00:07:49
8 Neun Variationen über Quant' è più bello aus La Molinara von G. Paisiello WoO 69 00:05:31
9 Sechs Variationen über Nel cor più non mi sento G-Dur WoO 70 00:05:42
10 Klavierstück WoO 54 (Lustig und traurig) 00:01:49
11 Allegretto c-Moll WoO 53 00:04:05
12 Bagatelle c-Moll WoO 52 00:04:38
13 Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13 (Pathétique) 00:18:19

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerrit Zitterbart Hammerflügel
 
Clavier 4;4012652002437

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