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CD-Besprechung

Alexei Volodin plays Beethoven

Alexei Volodin plays Beethoven

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 10.07.08

Live Classics LCL 805

1 CD • 67min • 2007

Wenn staunenswerte Fingerfertigkeit, hochentwickelte Klanglichkeit, grenzensprengende Virtuosität und nicht zuletzt konsequent gesteigerte Emotionalität typische Kennzeichen der russischen Pianistenschule sind, dann ist der 1977 im damaligen Leningrad geborene Alexei Volodin ein perfekter Vertreter dieses Stranges. Er ist gewissermassen, mit allen Vor- und Nachteilen, eine pianistische Parallele zu seinem dirigierenden Landsmann Valery Gergiev – und es ist kein Zufall, dass diese beiden immer wieder miteinander musizieren. Die Vorteile: draufgängerisches Musizieren, keine Umwege, alles wird gleich auf den Punkt gebracht. Die Nachteile: eine gewisse Neigung zur Effekthascherei, zur selbstverliebten Bravour. Dass sich Volodin manchmal recht subjektiv gebärden kann (immerhin geht er dabei nicht ganz so weit wie sein russischer Kollege Mikhail Pletnev), liegt auf der Hand.

Neben offizieller Virtuosenkost à la Rachmaninoff oder Prokofieff zeigt Alexei Volodin – sein Durchbruch erfolgte 2003 nach dem Sieg beim Concours Geza Anda in Zürich – eine besondere Vorliebe für Beethoven. Seine aktuelle (dritte) CD ist späten Sonaten des Wiener Klassikers gewidmet: dem elegischen E-Dur-Werk op. 109 und der Hammerklaviersonate B-Dur op. 106. Wobei die letztere, auch für brillanteste Interpreten immer noch eine frappante Herausforderung, im Gegensatz zum Opus 109 (und zur Labelmarke „Live Classics“) studiomässig aufgezeichnet wurde. Heftig, ungebärdig stürzt sich Volodin in diese Musik, als gälte es, einen imaginären Feind ganz wörtlich mit tönenden Hammerschlägen zu erledigen. Wohl um solche Kraftexzesse zu unterstreichen, spreizt der Pianist die Kontraste. Den zentralen Adagio-Satz nimmt er konsequent zurück, in der Artikulation wie im Tempo; Verinnerlichung (schliesslich verlangt Beethoven „con molto sentimento“) wird geradezu demonstriert. Zu ähnlichen Extremen tendiert das Finale; die Largo-Einleitung tritt auf der Stelle, damit die Allegro risoluto-Fuge umso ungestümer losbrechen kann. Langweilig ist diese Darstellung gewiss nicht, manchmal einige Grade zu eigenwillig und unbestreitbar immer aufregend.

Noch ein Wort zur Aufmachung: die Texte im CD-Heft sind ziemlich mager und nur auf Englisch. Zudem wird die Widmungsträgerin des Opus 109, Maximiliane Brentano, mit der „Unsterblichen Geliebten“ von 1812 gleichgesetzt; dabei zählte Maximiliane damals erst zehn Jahre – in Tat und Wahrheit (wenn überhaupt, Beethoven-Intimkenner streiten sich) war es vielleicht ihre Mutter Antonie Brentano…

Mario Gerteis † [10.07.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 30 E-Dur op. 109 00:18:40
3 Klaviersonate Nr. 29 B-Dur op. 106 (Hammerklaviersonate) 00:47:46

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alexei Volodin Klavier
 
LCL 805;4015512008051

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