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CD-Besprechung

Colosseum Classics COL 9202.2

1 CD • 67min • 1969, 1972

03.06.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Jene musikinteressierten Kreise, die sich um das Ansehen und den Nachruhm des Pianisten und Komponisten Kurt Leimer verdient machen, werden diese Wiederveröffentlichung aus den LP-Jahren 1969 und 1972 als begrüßenswert, ja als längst hinfällig erachten. Leimer – wohlhabend, wie mir in Salzburg zu Lebzeiten bekannt gegeben wurde – verstand es, seine Klavierkonzerte an den dirigierenden Mann zu bringen. Herbert von Karajan (auf EMI), Leopold Stokowski nun unter der Colosseum-Flagge – das waren Kapazitäten, um die so mancher Fachkollege den technisch gewandten Tastendompteur beneiden mochte. Als Komponist bewegte sich Leimer in einem akustischen Fahrwasser, das man unter Vernachlässigung ästhetischer Eigenverantwortung großzügig als Postmoderne bezeichnen könnte. Besser – wie mir vorkommt – beschreibt man sein knalliges, aufgewühltes, zuweilen geradezu krachledernes Klavierkonzert Nr. 4 als Resultat ein von den eigenen Fingermöglichkeiten diktiertes „Programm“ im Schulterschluss mit Khatschaturian und einigen anderen Leitfiguren aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Grelle Farben aufzutragen, angstfrei dem Bekannten, dem Erprobten eine geschickte, auch eitle Wendung hin zum Persönlichen zu verleihen – das schien Leimer der passende Weg zu sein, sich als Autor und nachschöpferisch in Szene zu setzen. Der Klaviersatz wirkt rabiat virtuos, wobei die attraktivsten Passagen nicht unbedingt jenen Schwierigkeitsgrad haben, die ihnen ein hörend-staunender Laie beimessen möchte.

Mit Gershwins Concerto in F beweist Leimer zuverlässiges Gespür für alle Notwendigkeiten im Bereich der Rhythmik und eines Tonfalls, den man in Kenntnis des Werkes und einiger amerikanischer Interpretationen als unumgänglich erachtet. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir einen Wunsch zu äußern. Denn kaum jemand, ja niemand aus unseren mitteleuropäischen Breiten (und Längen) hat dieses Concerto so oft und meistens auch so atemberaubend gut gespielt wie Rudolf Buchbinder. Doch keine einzige Einspielung mit ihm und Dirigenten wie Maazel, Viotti oder Prêtre ist je in den Katalog gekommen. Falls doch, dann bitte ich die geneigten Leser, mich zu korrigieren.

Vergleichsaufnahmen: Gershwin: Grimaud – Zinman (Erato 0630-19571-2), Bargy - Beiderbecke (Pearl GEM 0022), Previn (Great Pianists Philips 456 934-2), Wild – Fiedler (RCA 09026-68792 2).

Peter Cossé † [03.06.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georges Gershwin
1Concerto in F für 2 Klaviere und Orchester 00:31:45
Kurt Leimer
4Concerto No. 4 – Allegro molto moderato - Poco più tranquillo - Allegro 00:35:39

Interpreten der Einspielung

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