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CD-Besprechung

cpo 777 323-2

1 CD • 70min • 2007

13.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Markus Becker – das ist ihm zu danken, ja mehr noch: hoch anzurechnen! – bleibt dem Schaffen des Komponisten Jan Ladislav Dusseks (1760–1812) treu. Natürlich ist das auch Verdienst der cpo-Verantwortlichen, aber dort ist seit jeher der Sinn für hochwertig Abseitiges, für Verschollenes und Vergessenes, oft auch für musikpolitisch, weltanschaulich Verdrängtes erfreulich. Becker also lässt seiner Einspielung von drei Dussek-Sonaten (opp. 44, 61 und 64 /cpo 777 020-2) eine Zusammenstellung von Werken folgen, deren Charakter sehr unterschiedlich ist, die in der Hauptsache aber von der hohen kompositorischen Kunst eines Autoren zeugen, der neben Clementi und Hummel zu den bedeutendsten Sonaten-Erfindern zu zählen ist (sofern man sich auf unterschätzte, seit Jahrzehnten vernachlässigte Persönlichkeiten dieser Sparte bezieht). Im Namen Hummels und Clementis ist in letzter Zeit vor allem Howard Shelley tätig, für Clementi haben sich Horowitz (RCA), Ciccolini (EMI), Maria Tipo (Fonit Cetra) und Andreas Staier (Teldec) aus dem Kreis der Namhaften eingesetzt, aber Dussek ist eher ein sozusagen nur universitär gewürdigtes Kapitel der unaufgeführten Musikgeschichte geblieben. Umso mehr sind Beckers packende, muntere, technisch wie im Espressivo wache, geschmeidige, wenn nötig auch stürmische Interpretationen zu begrüßen. Dies gilt für die kleinformatigen, eher sonatinenhaften Stücke op. 9 und mit höherem künstlerischen Anspruch für die knapp halbstündige Sonate op. 27. Das viersätzige Werk aus der letzten Schaffenszeit des Komponisten trägt den Titel L’Invocation, aber – wie Lorenz Luyken im Begleittext ausführt –die Sonate enthält „keine darstellenden Momente“, so dass der inhaltlich-gehaltliche Bezug zwischen Titel und Klaviersatz im Dunkeln bleibt. Womöglich – so meine Einschätzung – spielten da, wie so oft, verlegerische Interessen eine Rolle. „Getaufte“ Arbeiten ließen sich günstiger verkaufen und hatten einen höheren Unterscheidungs- und Erinnerungsfaktor!

Markus Beckers Engagement wird man nicht hoch genug einschätzen können. Nicht nur hinsichtlich der Bekanntgabe von schönen, wichtigen Klavierschöpfungen, sondern auch in Richtung amtierender, heranwachsender Kollegen, denen Dussek in Zukunft nicht nur eine alte, vergessene böhmische Adresse bedeuten sollte, sondern gelegentlich auch eine Chance, ihr Konzertrepertoire auszuweiten!

Peter Cossé † [13.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jan Ladislav Dussek
1Klaviersonate f-Moll op. 77 (L'Invocation) 00:27:14
5Klaviersonate B-Dur op. 9 Nr. 1 00:11:27
7Klaviersonate C-Dur op. 9 Nr. 2 00:17:37
10Klaviersonate D-Dur op. 9 Nr. 3 00:12:31

Interpreten der Einspielung

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