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CD-Besprechung

B. Britten

Fuga Libera 1 CD FUG534

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 23.04.08

Fuga Libera FUG534

1 CD • 72min • 2006

Eigentlich ist es eine richtig schöne Veröffentlichung. Mit einem herrlich samtigen und dennoch konturierten Streicherklang, dessen weites Spektrum den hier versammelten Werken in fast jeder Hinsicht so sehr zugute kommt, daß einige punktuelle Hinweise genügten – auf das exquisit getönte Farbenspiel in den Bridge-Variationen, das intensive Glühen der Lachrymae, das schnurrige Finale der Simple Symphony.

Erlesen ist die Produktion auch wegen der Verwendung eines instrumentalen Unikats: der von dem Solisten Jean-Paul Minalli-Bella erfundenen Arpegina, einer Großbratsche mit einem asymmetrischen Corpus, das Salvador Dali hätte skizzieren und Luigi Colani hätte bauen können. Dieses bemerkenswerte Gerät mit einer zusätzlichen Tief-E-Saite, das bei den Lachrymae und dem zweiten Portrait zum Einsatz kommt, hat eine auffallend andere Fülle und ein Timbre, in dem das Rauchig-Hauchige, der oft unausweichliche „Dieselgeruch” des Originalinstruments fehlt, weshalb man durchaus verstehen mag, das die Musiker der European Camerata die bewußten Stücke nur noch mit diesem Neuling aufführen wollen.

Warum dann also nur das einleitende „eigentlich”? Weil wieder mal jemand, in diesem Fall der Leiter des Ensembles, vor lauter verbalen Superlativen und Elativen den Blick für die Wahrheiten verliert. Es ist sein gutes Recht, von Brittens Musik fasziniert zu sein. Doch so viel Kenntnisse, um sie in den historischen Kontext zu stellen, anstatt sie in blindem Jubel bloß „einzigartig, persönlich, unglaublich erfindungsreich” zu nennen – so viel sollte man „eigentlich” erwarten dürfen. Schostakowitsch, Prokofieff, Hindemith, auch mal ein bißchen Bartók sind doch nicht zu überhören und sollten ja wohl auch nicht zu überhören sein. Gerade das, Monsieur, macht doch wirkliche Größe aus: daß man nicht in blinder Originalitätssucht drauflos kauderwelscht, sondern sich in Zeichen mitteilt, die auch verstanden werden, die Geschichte und Gegenwart haben und der Persönlichkeit die Mittel zur Kommunikation an die Hand geben.

Ansonsten: à la bonne heure!

Rasmus van Rijn [23.04.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Britten Variations on a Theme of Frank Bridge op. 10 00:26:06
12 Lachrymae op. 48a (Reflections on a Song of Dowland)
13 Portrait Nr. 1 für Streichorchester (David Layton) – Poco presto 00:08:39
14 Portrait Nr. 2 für Viola und Streichorchester (E.B.B.) – Poco lento 00:05:38
15 Simple Symphony op. 4 00:16:48

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jean-Paul Minali-Bella Viola
European Camerata Orchester
Laurent Quénelle Dirigent
 
FUG534;5400439005341

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