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CD-Besprechung

cpo 777 300-2

1 CD • 79min • 2005

22.02.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die beiden Orchesterserenaden, die Johannes Brahms während seiner Detmolder Jahre (1857-1860) komponierte, sind Vermittler zwischen kammermusikalischem und sinfonischem Stil und zugleich wichtige Etappen auf dem Weg zu sinfonischen Werken, zu denen Brahms vergleichsweise spät fand. Die Anregung zu beiden Werken dürfte der Komponist durch Aufführungen Mozartscher Bläserserenaden und Divertimenti erhalten haben, die er kurz nach seiner Ankunft in Detmold hörte.

Die Serenade D-Dur, mit der Brahms 1857 begann, hatte möglicherweise zwei Vorfassungen, sie wurde zunächst entweder als Oktett für Streicher oder als Nonett für Bläser und Streicher konzipiert. Die zweite Annahme erscheint schon deshalb wahrscheinlicher, weil die Holzbläser in der endgültigen Version für Orchester eine herausgehobene Rolle spielen. Die 1859 erstgeführte Fassung als Nonett hat 1987 zuerst der Dirigent Jorge Rotter rekonstruiert. Der Engländer Alan Boustead fertigte eine weitere Nonettversion.

Die A-Dur-Serenade entstand 1858/59 für eine kleine sinfonische oder große kammermusikalische Besetzung: je zwei Flöten, Oboen, Klarinette, Fagott und Hörner sowie Violen, Violoncelli und Kontrabässe. Der Verzicht auf die Violinen und die Dominanz der Bläser (mit Bevorzugung der Klarinetten) gibt dem fünfsätzigen Werk einen eigenwilligen, aparten, teilweise dunkel grundierten Klang.

Die Capella Augustina, das Orchester der Brühler Schlosskonzerte, wurde 1996 von deren Künstlerischem Leiter Andreas Spering gegründet. Das Repertoire des auf historischen Instru-menten musizierenden Ensembles reicht vom Barock bis zum frühen 20. Jahrhundert. Werke von Joseph Haydn bilden einen besonderen Schwerpunkt. Mit den beiden Serenaden von Brahms spielte die Capella zum ersten Mal Werke der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein.

Das Ergebnis ist interessant, wenn auch uneineinheitlich. Brahms’ erste Serenade wird zwar klanglich schlank und licht, mit im wesentlichen bewegten Zeitmaßen, fließend musiziert, zugleich aber ohne den „jugendlichen“ Impetus, der dem Werk innewohnt, und ist insgesamt zu spannungsarm. Nicht nur in Kopfsatz (Allegro molto) und Finale (Rondo. Allegro) dürften die Akzente kräftiger ausfallen, sollte zupackender und vor allem leidenschaftlicher musiziert werden. Der ausgedehnte langsame dritte Satz (Adagio) wird zu gemessen und zu betulich gespielt, bleibt fast auf der Stelle.

Die Wiedergabe der zweiten Serenade ist deutlich besser gelungen. Hier wird freier musiziert, gibt es im Scherzo sogar ein gewisses Drängen, sind Agogik und Dynamik ausgeprägter, hat der langsame Mittelsatz (Adagio non troppo) Intensität, große Spannung und Kontraste. Das Finale gar wird direkt stürmisch angegangen.

Peter Heissler [22.02.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11 00:45:21
7Serenade Nr. 2 A-Dur op. 16 00:33:35

Interpreten der Einspielung

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