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CD-Besprechung

F. Weingartner

cpo 1 CD/SACD stereo/surround 777 101-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 04.01.08

cpo 777 101-2

1 CD/SACD stereo/surround • 57min • 2006

Die hochinteressante, immer wieder mit Überraschungen aufwartende Edition der Sinfonischen Werke von Felix Weingartner bei cpo ist mittlerweile bei Folge 5 und damit bei der 1924 in Edinburgh uraufgeführten fünften Sinfonie angelangt – einem sinfonischen Schwergewicht in der Schicksals-Tonart c-Moll, das nicht nur dem Booklet-Autor manche Nüsse zu knacken gibt. Der weltläufig-elegante Stil, der den Dirigenten Weingartner ebenso wie manche seiner Kompositionen kennzeichnet, macht hier einer grüblerischen, nicht selten auch pathetischen Grundhaltung Platz. Mitunter erscheint das Werk wie eine gewaltige Auseinandersetzung mit dem von Weingartner ungeliebten Anton Bruckner. Besonders das an zweiter Stelle stehende geisterhafte Scherzo und die ausgedehnten Streicherkantilenen und feierlichen Bläserchoräle des modulationsfreudigen Andante solenne weisen stark in diese Richtung. Den Kopfsatz bildet ein beeindruckendes, höchst dramatisches Allegro agitato, das Finale eine große, etwas zähe Doppelfuge, die aber schließlich doch zu einem wirkungsvollen Abschluss führt. Über einen programmatischen Hintergrund der Sinfonie lässt sich trefflich spekulieren – ebenso wie über die vielfältigen Reminiszenzen, die sich in der Partitur verbergen.

Weingartners handwerkliche Meisterschaft offenbart sich in jedem Takt – hier wie in der Ouvertüre Aus ernster Zeit, einem 1914 in Wien uraufgeführten Gelegenheitswerk, das aus der „Empörung über die fortwährenden Beschimpfungen der heiligen deutschen Musik“ entstand und dessen Erlös „deutschen und österreichischen Musikern zugewendet“ wurde. Dieses satztechnische Kabinettstück lässt karikierend die Marseillaise und die russische Hymne anklingen und vereint schließlich kontrapunktisch Haydns Kaiserhymne mit Heil dir im Siegerkranz. Das Sinfonieorchester Basel, dessen Chefdirigent Weingartner von 1927 bis 1935 war, spielt mit angemessenem Engagement und kultiviertem Klang. Der slowenische Dirigent Marko Lentoja leitet mit sicherem Tempogefühl und viel Sinn für Weingartners Instrumentationskunst, auch aufnahmetechnisch gibt es bei dieser in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Radio DRS2 entstandenen Produktion nichts zu beanstanden. Man darf auf die weiteren Folgen der Serie gespannt sein.

Sixtus König † [04.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Weingartner Aus ernster Zeit op. 56 (Ouvertüre) 00:12:55
2 Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 71 00:43:41

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sinfonieorchester Basel Orchester
Marko Letonja Dirigent
 
777 101-2;0761203710126

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