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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32455

1 CD • 73min • 2006

01.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Obwohl der Gambist Sándor Szászvárosi sein Instrument mit einer Sensibilität und Phantasie spielt, die den größten seiner Streicherkollegen ebenbürtig ist, spielt er sich nie in den Vordergrund: Der Cembalopart, ausgeführt von Angelika Csizmadia, ist weniger barocke Farbkulisse, als eine auch klangtechnisch in den Vordergrund gerückte Hauptsache; Solist und cembalistische Begleitung bilden damit ein Einheit. Lediglich der Continuo-Cellist Kousay H. Mahdi Kadduri hält sich vielleicht ein wenig zu vornehm im Hintergrund; gerade in den polyphonen Sätzen, die mit motivischen Echowirkungen arbeiten wie etwa dem Allegro der a-Moll-Sonate von Johann Friedrich Ruhe, geht eine gewichtige Ebene zwar nicht verloren, gerät aber doch ein wenig zu sehr in den Hintergrund. Diese Zurückhaltung nutzt wiederum dem Gambisten Szászvárosi, der seinen obertonreichen Instrumentalgesang mit ungeteilter Aufmerksamkeit hören lassen kann, ohne daß eine zu deutliche Präsenz des Continuos zu Abstrichen an seiner künstlerischen Entfaltung führt. In der Rollenverteilung, die das international besetzte Barock-Trio für die fünf hier eingespielten Werke vornimmt, kann sich die Solo-Gambe frei entfalten, auch wenn sie sich in wenig strahlender Mittellage bewegt. Die Werke selbst entprechen – ob es sich nun um mehrsätzige Kirchensonaten handelt, oder ob Ruhe Satztypen der Suite zum Vorbild nahm – dem durchschnittlichen Umfeld der Zeit:solide gearbeitet, aber nicht von außergewöhnlicher Originalität. Unklar ist, ob das Hörerbewußtsein für die Qualität der fünf hier eingespielten Stücke Johann Friedrich Ruhes noch stärker geschärft werden könnte, wenn die komponierte Struktur zwischen dem solistischen Baß-Instrument und dem nur teilweise solistisch eingesetzten Continuo-Baß noch ein wenig schärfer profiliert würde, etwa durch Einsatz eines Fagotts. In den hier versammelten hoch-, aber eben nicht höchstkarätigen Interpretationen erscheint der Magdeburger Kapellmeister Ruhe (1699 – 1776), der unter anderem auch acht Jahre in Halberstadt wirkte, als ein kennens- und liebenswerter Kleinmeister, für den nun nicht unbedingt größere Initiativen gestartet werden müssen, der aber auch nicht vollständig vergessen werden sollte.

Dr. Michael B. Weiß [01.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Friedrich Ruhe
1Sonate C-Dur für Viola da gamba 00:09:39
4Sonate a minor for Viola da gamba 00:11:29
7Suite D-Dur für Viola da gamba und Violoncello 00:19:46
15Sonate G-Dur für Viola da gamba und B.c. 00:14:56
19Sonate d-Moll für Viola da gamba und B.c. 00:17:00

Interpreten der Einspielung

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