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CD-Besprechung

George Enescu Complete Works for Violin and Piano Vol. 2

George Enescu<br />Complete Works for Violin and Piano Vol. 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 18.09.08

hänssler CLASSIC 98.240

1 CD • 66min • 2007

Kannte man von George Enescus lange Zeit nichts außer den beiden Rumänischen Rhapsodien, so liegt inzwischen doch ein erfreulich großer Teil seines kompositorischen Schaffens in – zum Teil recht guten – CD-Einspielungen vor. Auch die Violinsonaten sind, einzeln oder im Dreierpack, bereits mehrfach vertreten. Darüber hinaus legt Hänssler Classic nun erstmals eine Gesamteinspielung sämtlicher Werke für Violine und Klavier vor, die eine wichtige Ergänzung der Enescu-Diskographie darstellt – war doch die Geige Enescus Instrument, dem der Lehrer Yehudi Menuhins seine vielleicht besten, sicher aber persönlichsten Werke anvertraute.

Die kleineren Stücke, von denen einige hier in Ersteinspielung geboten werden, zeigen den Komponisten von ganz unterschiedlichen Seiten. Sie reichen von der sprühenden Tarantella und einer inspirierten Ballade, die der Vierzehnjährige 1895 in Paris schrieb, über eine charakteristische rumänische Hora von 1917 bis zum mystischen Andante malinconico, das der bereits von Krankheit gezeichnete Komponist 1951, vier Jahre vor seinem Tod, zu Papier brachte. Eine erstaunliche Sicherheit in der formalen Anlage weist die erste Violinsonate des gerade einmal Sechzehnjährigen auf, auch wenn der intendierte Ausdruck mitunter die Grenzen der beteiligten Instrumente zu sprengen scheint. Die drei Sätze wirken kaum rumänisch eingefärbt, zeugen aber von Einfallsreichtum, Klangsinn und – etwa in den ausgedehnten Fugati – von handwerklichem Können.

Schließlich enthält diese zweite und abschließende Folge der Gesamtausgabe die berühmte dritten Violinsonate von 1926, diese nun explizit „dans le caractère populaire roumain“. Für die Wiedergabe dieses Werkes haben Ida Haendel und Vladimir Ashkenazy die Messlatte hoch gehängt. Weniger rabiat, aber technisch perfekt und mit ausgeprägtem Klangsinn gehen die beiden Rumänen dieser Aufnahme zu Werke, schwelgen in impressionistischen Nuancen und entdecken wunderbare lyrische Momente. Der Geiger Remus Azoitei beherrscht auf seiner (von der Londoner Royal Academy bereitgestellten) Stradivari das der rumänischen Doina entlehnte „parlando rubato“ und die an Dinicus Lerche erinnernden Vogelstimmen-Imitationen perfekt, der Pianist Eduard Stan – der übrigens auch den klugen Booklet-Text beigesteuert hat – lässt den Steinway-D-Flügel harte Rhythmen skandieren oder einem Zymbal gleich aufrauschen. Dass die Sonate schon zu Lebzeiten des Komponisten als „prophetisches Meisterwerk“ gefeiert wurde, lässt sich bei dieser Wiedergabe durchaus nachvollziehen.

Sixtus König † [18.09.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Enescu Sonate Nr. 3 a-Moll op. 25 für Violine und Klavier (Dans le caractère populaire roumain) 00:25:10
4 Ballade E-Dur für Violine und Klavier 00:04:39
5 Impromptu concertant Ges-Dur 00:05:17
7 Tarantelle E-Dur für Violine und Klavier 00:04:10
8 Hora Unirei G-Dur 00:02:06
9 Sonate Nr. 1 D-Dur op. 2 für Violine und Klavier 00:24:08

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Remus Azoitei Violine
Eduard Stan Klavier
 
98.240;4010276018186

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