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CD-Besprechung

Violin Solo 3

Renate Eggebrecht

Violin Solo 3

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 23.10.07

Troubadisc TRO-SACD 01431

1 CD/SACD stereo • 79min • 2006, 2007

Wenn Solowerke für Violine im Konzertsaal, dann Bach, vielleicht noch Paganini und (als dankbare Zugabe) Ysaye. Die aus Lübeck stammende Geigerin Renate Eggebrecht ist da entschieden anderer Meinung. Die einstige Schülerin von Rostal und Snitkovsky verfügt über eine Technik, die ihr solch waghalsige Eskapaden gestattet: intonationssicher selbst in heikelsten Passagen, neugierig auf ungewohnte Aufgaben – und dazu mit gelegentlich fast überbordender Musizierlust. Sie hat es bereits bei den entsprechenden Kreationen Max Regers durchexerziert und inzwischen eine weitere Serie mit geigerischen Solopiècen gestartet. Nach Honegger, Milhaud, Bartók und Bacewicz steht jetzt in der dritten Edition das einschlägige Angebot von Paul Hindemith auf dem Programm.

Paul Hindemith war ja, bevor er sich der Bratsche zuwandte, ein hochbegabter Geiger (und schon früh Konzertmeister im Frankfurter Opernorchester). Für dieses sein Leibinstrument schrieb er drei Solosonaten; deren vierte sollte für die Bratsche folgen. Renate Eggebrecht präsentiert nicht nur diese Werke, sondern auch zwei Fragmente, darunter bereits ausgeprägte Studien des 21-jährigen. Schon hier tritt jene barockisierende Gestik hervor, die auch später Hindemiths Kennzeichen bleiben sollte. Auf die vier Saiten der Violine bezogen: musikantisch sprudelnder Fluss mit kaum je gebremster Bewegung, dies jedoch immer in starker formaler Einbindung. Die Sonate op. 31 Nr. 2 geht übrigens von Liedern aus und variiert im munteren Finale Mozarts Komm, lieber Mai.

Den Abschluss bilden zwei aktuelle Kostproben aus dem osteuropäischen Raum. Während der Rumäne Anatol Vieru im Capriccio (1997) auf modale Formen der Volksmusik seines Landes zurückgreift, kann einen die ebenfalls als Ersteinspielung gebotene Partita (1976) des Russen Vladimir Martynov gehörig nerven. Das ist Minimal Music à la russe, mit endlosen Repetitionen von aggressiver Insistenz. Der Komponist selber hat’s natürlich höher im Sinn und spricht von „seelischem Drill“, bei dem die spirituelle Dimension tonangebend bleibe. Tapfer und standfest jedenfalls ist, wer die 27 Minuten unbeschadet durchhält.

Mario Gerteis † [23.10.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Hindemith Studien für Violine allein 00:10:36
2 Sonate für Violine allein g-Moll op. 11 Nr. 6 00:14:07
6 Satz und Fragment aus einer Sonate für Violine allein 00:02:08
8 Sonate für Violine allein op. 31 Nr. 1 00:10:39
13 Sonate für Violine allein op. 31 Nr. 2 (Es ist so schönes Wetter draußen) 00:05:34
16 Fünf Variationen über das Lied "Komm, lieber Mai" von W.A. Mozart 00:04:11
17 A. Vieru Capriccio (1997) 00:04:11
18 V. Martynov Partita (1976) 00:26:54

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Renate Eggebrecht Violine
 
TRO-SACD 01431;4014432014319

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