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CD-Besprechung

BIS 1410

1 CD • 59min • 2003

25.09.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Mit der vorliegenden Veröffentlichung komplettiert das schwedische Label BIS seine Gesamtausgabe der Bachianas Brasileiras von Heitor Villa-Lobos, den brasilianischen Bach-Huldigungen, in denen der Komponist Elemente der heimischen Folklore mit klassischen europäischen Formen und Satztechniken zu einer ganz individuellen Musik verschmolz. Die neun Werke entstanden über den Zeitraum von 1930 bis 1945 und sind von Anlage, Umfang und Besetzung her höchst unterschiedlich. Die dritte Folge der BIS-Ausgabe enthält die kleiner besetzten Stücke, darunter die bereits in der Orchesterfassung vorgelegte Nummer Vier in der Alternativ-Version für Klavier solo.

Inzwischen liegen von dem Zyklus mehrere Gesamtaufnahmen vor: Neben der trotz des historischen Klangbildes als Referenz geltenden Einspielung unter Leitung des Komponisten selbst (mit Victoria de los Angeles) gibt es sehr respektable komplette Einspielungen von Enrique Batiz und Kenneth Schermerhorn – dazu natürlich noch hochkarätige Einzelaufnahmen der berühmten Nummer Fünf für Sopran und acht Violoncelli, etwa mit Nathalie Davrath und Leonard Bernstein oder Anna Moffo und Leopold Stokowski.

Mit diesen kann sich die Aufnahme aus Sao Paulo unter Roberto Minczuk keineswegs messen. Gerade hier enttäuscht ein verschwommenes Klangbild, schlechte Balance und ein mattes, ausdrucksarmes Spiel – auch von dem „Special Guest“ Antonio Meneses, während die kanadische Sopranistin Donna Brown forciert, wo eigentlich Leichtigkeit und Geschmeidigkeit gefragt sind. Besser gelungen ist die Wiedergabe der Pablo Casals gewidmeten und ebenfalls für Cello-Ensemble gesetzten ersten der Bachianas Brasileiras, der die brasilianischen Musiker vielleicht etwas klangliches Raffinement, nicht aber den nötigen Biss nicht schuldig bleiben. Der in Rio de Janeiro geborene Pianist Jean Louis Steuerman bietet eine sehr ansprechende, souveräne Darstellung der Klavierfassung der vierten, die freilich in der Orchesterversion von noch stärkerer Wirkung ist. Uneingeschränktes Lob verdient die Wiedergabe der Nummer Sechs für Flöte und Fagott, dem am sparsamsten besetzten Stück des ganzen Zyklus. Die New Yorker Flötistin Sato Moughalian und der Fagottist Alexandre Silvério aus Sao Paulo spielen so sensibel, fantasievoll und tonschön, dass es eine reine Freude ist. Sie machen das nicht einmal zehn Minuten dauernde Duett zum Höhepunkt der CD.

Sixtus König † [25.09.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Heitor Villa-Lobos
1Bachianas Brasileiras No. 5 for voice and 8 Violoncelli (1938/1945) 00:11:05
3Bachianas Brasileiras No. 4 00:18:57
7Bachianas Brasileiras No. 6 00:09:09
9Bachianas Brasileiras No. 1 for 8 Violoncelli 00:19:11

Interpreten der Einspielung

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