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CD-Besprechung

Ernest Bloch

Works for Piano and Orchestra

Ernest Bloch

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 11.01.08

SWRmusic SWR19420CD

1 CD • 77min • 2007

Bedauerlicherweise wird die schöpferische Bedeutung des 1880 in Genf geborenen Ernest Bloch in Verkennung seines Gesamtschaffens auf wenige, dafür fast schon populäre Stücke eingeengt. Vor allem die hebräische Rhapsodie für Cello und Orchester, Schelomo, ist immer wieder zu hören, wenn namhafte Solisten einmal vom Allerbekanntesten von Haydn bis Schostakowitsch Abstand nehmen (dürfen). An diesen Umstand musste ich auch Anfang Dezember des letzten Jahres denken, als die junge, sehr begabte, musikalisch aufgeschlossen-ernsthafte Schweizer Geigerin Mirjam Tschopp mit dem italienischen Pianisten Riccardo Bovino die dreisätzige, von Heifetz uraufgeführte Violinsonate aus dem Jahr 1920 in Erinnerung rief. Dies geschah in Wien im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zu Ehren Blochs und des türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun – organisiert im gleichsam grenzüberschreitenden Schulterschluss der Botschaften der Schweiz und der Türkei. Bei dieser Gelegenheit war es unumgänglich, über Blochs Wirken und über die Rezeption seiner Werke zu sinnieren, wobei auch das fast 45 Minuten in Anspruch nehmende Concerto symphonique für Klavier und Orchester zur Sprache kam. Ich bezeichnete die mir bekannten Einspielungen (siehe unten) als hinlänglich befriedigend, äußerte aber auch Appetit auf eine gestalterisch umsichtigere, klanglich aktuellere Aufnahme. Und nun ist sie vorhanden und mit bestem Gewissen einem Publikum zu empfehlen, dessen Herz für Bloch zu schlagen bereit ist – und darüber hinaus jenen Freunden der Musik für Klavier und Orchester, die sich schon gründlich auf diesem Literaturterrain versorgt haben.

Unter der wendigen, wenn gefordert auch kraftvollen Sololeitung der taiwanesischen, in New York lebenden Pianistin Jenny Lin liegt jetzt eine voll und ganz befriedigende, in den besten Momenten der Partitur geradezu begeisternde Deutung vor, zumal auch das SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter der Leitung des tschechischen Dirigenten Jiri Stárek weit mehr leistet als nur die Zuspielung bislang unausprobierten Orchestermaterials.

Auch das – von der Themenstellung her an Schnittke gemahnende – Concerto grosso erweist sich als lohnende, weil in den Satzcharakteren abwechslungsreiche Aufgabe. Sie sollte der eine oder andere Interpret durchaus in seinen Konzertplan aufnehmen und lösen! Als CD-Zugabe dann noch das wirbelige, 1950 von Ida Krehm in Chicago uraufgeführte Scherzo fantasque – ein Stück, das sich aufgrund der Kürze nur schwer in die gerasterten Konzertschemata einbauen lässt. Aber ähnlich wie für Litolffs Scherzo, wie für die kürzeren Konzertstücke von Weber, Mendelssohn Bartholdy, Schumann oder Chopin gilt es auch hier, auf die Fantasie und das Durchhaltevermögen jener Plattenproduzenten zu setzen, die – wie in diesem Glücksfall – für Auskunft und zuweilen sogar für echte Repertoire-Bereicherung sorgen.

Vergleichsaufnahmen: Concerto Symphonique und Scherzo fantasque: Dinova – Tshernushenko (Chandos 100085), Micah – A. David (Laurel Records LR-851); Concerto symphonique: Mitchell – Golschman (Vanguard 08 4052 71); Concerto grosso Nr. 1: Hanson (Mercury 432718-2)

Peter Cossé † [11.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Bloch Concerto Symphonique für Klavier und Orchester 00:44:06
4 Concerto grosso Nr. 1 für Klavier und Streichorchester 00:23:34
8 Scherzo fantasque für Klavier und Orchester 00:09:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jenny Lin Klavier
SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern Orchester
Jiří Stárek Dirigent
 
SWR19420CD;0747313942084

Bezug über Direktlink

 

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