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CD-Besprechung

L.v. Beethoven Sämtliche Klaviersonaten Vol. 9

L.v. Beethoven<br />Sämtliche Klaviersonaten Vol. 9

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 10.01.08

hänssler CLASSIC 98.209

1 CD • 68min • 2005, 2006

Mit dem Pianisten Gerhard Oppitz haben wir es mit einem Beethoven-Interpreten zu tun, dem die drei späten Sonaten nicht nur geläufig, sondern in ihren musikalisch-technischen, ihren werkorganisatorischen Elementen vertraut sind wie eine höchst verfeinerte Umgangssprache. Nimmt man die ersten Phasen der As-Dur-Sonate op. 110 zum Beispiel, dann entfaltet sich die melodische Linie klar und unverbogen, kantabel, aber nicht weinerlich, über sorgsam, dabei nicht bürokratisch gesetzten Begleitakkorden, die neben ihrer harmonischen Funktion auch eine wohldosierte Portion von Antriebskraft erkennen lassen. Auch für die weit gespannten Akkordzerlegungen beweist Oppitz eine gute rechte Hand, hebt – wie von Beethoven vorgeschrieben – die „punktierten“ Noten hervor; dies keineswegs geschmäcklerisch, sondern im Sinne sprachmusikalischer Akzentuierung. Sicher sind die Unterweisungen bei Wilhelm Kempff nicht spurlos an diesem gescheiten, vielfältig interessierten, seit langem auch pädagogisch tätigen Musiker vorüber gegangen.

Mit ausgeprägtem Gespür für einen ganz spezifischen Beethoven-Klang – hier sind weniger die Aufführungspraxis, als die Überzeugungskraft und der Erfahrungsschatz eines Musikers gefordert –, auf der Basis also dieses Gefühls- und Stimmungswissens gewinnt der Beginn der fluktuierend erdachten E-Dur-Sonate eine tragfähige Mischung aus Behändigkeit und Bestimmtheit. Wie viele junge Musiker – namentlich aus Asien und den USA! – können mit diesen Gedanken- und Klanggirlanden nichts anfangen, intonieren sie wie eine im Namen Beethovens edierte Fantasie von Carl Philipp Emanuel Bach. Oppitz nun weiß um die Wichtigkeit der jeweils die Einzelsätze stimulierenden Bausteine, schichtet und reiht das Vorgegebene mit Umsicht, nimmt sich Zeit für alles Schöne und strafft mit gesunder Energie, wenn Beethoven Dramatik erheischt. Dabei ist ihm alle phraseologische Exzentrik fern, das heißt, er hütet sich etwa im Einstieg in die c-Moll-Sonate mit allzu unwirschen Akkordschlägen aufzutrumpfen. Und auch im folgenden Leidenschafts-„Brio“ hält er die Finger im Zaum. Oppitz erfüllt die jeweiligen Texte nicht als Betreiber einer Überrumpelungsstrategie im imaginären Kampf mit Konkurrenzinterpreten, sondern – wie mir vorkommt – im sicheren Wissen um die Vorzüge eines ausgleichenden, weder Schwarz, noch Weiß zeichnenden Temperaments. So scheint er sich den Themen-Metamorphosen der Arietta lauschend, staunend hinzugeben, ohne freilich die Verantwortung über das Kommen, Wachsen, Drängen und Entspannen dieser wie im Unsagbar-Sanglichen aushauchenden Übermusik aufzugeben.

Peter Cossé † [10.01.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 30 E-Dur op. 109 00:09:00
4 Klaviersonate Nr. 31 As-Dur op. 110 00:22:43
8 Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111 00:10:11

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gerhard Oppitz Klavier
 
98.209;4010276017196

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