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CD-Besprechung

H. Kößler

cpo 1 CD 777 269-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 20.06.07

cpo 777 269-2

1 CD • 62min • 2003, 2004

Hans Kößler (1853–1926) – je gehört? Ich nicht. Booklet-Autor Eckhardt van den Hoogen auch nicht. Um sich dann in seinem kundigen und daher besonders in einem solchen Fall äußerst hilfreichen Text in eine Begeisterung hineinzuschreiben, die sich beim Hören der Musik sofort auf mich übertrug: Was für herrliche Werke! Der Vetter von Reger, Chorleiter, Organist und langjähriger Pädagoge an der Budapester Akademie hat hier ein Streichsextett (komponiert 1902) und -quintett (1913) vorgelegt, daß sich vor den Geschwistern von Dvorák, Brahms und Bruckner in keiner Weise zu verstecken braucht. Die beiden halbstündigen Stücke sind meisterhaft gearbeitet, faßlich für den Hörer und es gibt einige wirklich köstliche Gedanken – schon das Seitenthema des Kopfsatzes im Quintett (Tr. 1, ca. 1’48), das nach dem düster-leidenschaftlichen Beginn plötzlich mit echt Wienerischer Gemütlichkeit daherkommt, nicht unähnlich dem Trio im Quintett von Bruckner. Mitunter ahnt man bereits den Impressionismus. Puristen mögen einwenden, daß diese Art zu schreiben – als ob die neue Wiener Schule, die Kühnheiten eines Mahler, Reger oder Debussy nicht existierten – ihrer Zeit hinterher gewesen sei, aber dies gilt beispielsweise auch für das Spätwerk von Dvorák, der 1904 starb, und mindert die Qualität und Eigenständigkeit dieser Musik keineswegs. Man kann nur lebhaft hoffen, daß von Kößler noch mehr ans Licht kommt – Wertvolles für Chor, Streichquartette, ein Klavierquintett, eine Violinsonate und auch Orchesterwerke. Das Frankfurter Streichsextett, 1995 aus den Reihen des HR-Sinfonieorchesters gegründet, nimmt Kößlers Musik ernst und bleibt ihrer Größe nichts schuldig. Auf diese auch klanglich vorzügliche Koproduktion mit dem Hessischen Rundfunk sei mit allem gebührenden Nachdruck aufmerksam gemacht – eine Entdeckung, wie sie nur selten vorkommt!

Dr. Benjamin G. Cohrs [20.06.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Kößler Streichquintett d-Moll 00:28:55
5 Streichsextett f-Moll 00:32:50

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Frankfurter Streichsextett
 
777 269-2;0761203726929

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