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CD-Besprechung

Maddalena Laura Lombardini Sirmen Six Violin Concertos Op. III

Maddalena Laura Lombardini Sirmen<br />Six Violin Concertos Op. III

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 06.07.07

Hungaroton HCD 32499-500

2 CD • 1h 28min • 2006

Die eminente Bedeutung, die den italienischen Waisenhäusern für Mädchen in der Musikpflege des 18. Jahrhunderts zukommt, ist in Zusammenhang mit Vivaldis Tätigkeit am venezianischen Ospedale della Pietà dokumentiert. An einer weiteren derartigen Institution der Lagunenstadt, dem Ospedale di San Lazaro e di Mendicanti, erhielt die vermutlich 1745 geborene Geigerin und Komponistin Maddalena Laura Lombardini ihre Ausbildung – allerdings nicht als Waisenkind, sondern aufgrund einer Aufnahmeprüfung und in Anbetracht ihres glänzenden musikalischen Talents. Weiteren Unterricht erhielt sie bei Giuseppe Tartini, von dem auch ein interessanter an sie gerichteter Brief mit geigerischen Ratschlägen erhalten ist. Zusammen mit ihrem Mann Lodovico Maria Gaspar Sirmen bereiste sie Europa und zählte zu den führenden Geigenvirtuosen ihrer Zeit.

Die sechs Violinkonzerte, in erster Linie zum Eigengebrauch geschrieben und von ihr mit großem Erfolg aufgeführt, erfreuten sich auch in verschiedenen Druckausgaben einiger Beliebtheit. Sie entstanden um 1770 und verraten noch den Einfluss Tartinis. Sie folgen dem von Vivaldi geprägten Schema, das einen langsamen Satz mit zwei lebhaften Sätzen umrahmt, das Orchester bezieht in den Ecksätzen 2 Oboen und 2 Hörner zur Ergänzung des Streicherapprates ein. Übermäßige schöpferische Originalität oder besonderen Tiefgang darf man von dieser Gebrauchsmusik nicht erwarten. Aufhorchen lassen am ehesten die moll-gefärbten Mittelsätze der Konzerte drei und vier. Bereits 1785, als Lombardini Sirmen in Paris nach einer zweiten Karriere als Sängerin den Versuch eines geigerischen Comebacks unternahm, wurde ihre Musik als altmodisch empfunden. Doch besitzt sie die Schlichtheit und den Charme der frühklassischen Epoche und wirkt unterhaltend im besten Sinne.

Die ungarische Geigerin Piroska Vitárius, die sich als Expertin für Alte Musik einen Namen gemacht hat, spielt alle sechs Konzerte ganz unprätentiös, fein artikuliert, aber mit sehr engem Ton. Durch den völligen Verzicht auf Vibrato erscheint ihr Spiel im Ausdruck auf die Dauer doch etwas schmalbrüstig. Auch das Orchester wirkt in erster Linie brav und beflissen. Es bedürfte größerer Raffinesse und absoluter Perfektion, um aus dieser Musik wirklich Funken zu schlagen.

Sixtus König † [06.07.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M.L. Lombardini Sirmen Violinkonzert B-Dur op. 3 Nr. 1 00:13:44
4 Violinkonzert E-Dur op. 3 Nr. 2 00:15:10
7 Violinkonzert A-Dur op. 3 Nr. 3 00:14:02
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Violinkonzert C-Dur op. 3 Nr. 4 00:14:08
4 Violinkonzert B-Dur op. 3 Nr. 5 00:15:28
7 Violinkonzert C-Dur op. 3 Nr. 6 00:14:34

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Piroska Vitárius Violine
Savaria Baroque Orchestra Orchester
Pál Németh Dirigent
 
HCD 32499-500;5991813249920

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