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CD/SACD stereo/surround-Besprechung

Ludwig van Beethoven Complete Works for Solo Piano - Volume 5

BIS 1572

1 CD/SACD stereo/surround • 68min • 2005

10.07.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Wenn Ronald Brautigam im Zuge seines Beethoven-Projekts so weiter strebt wie in dieser Folge 5 mit den drei Sonaten op. 31, dann sollte ihm – meiner Meinung nach – die ansprechendste, mitreißendste und zugleich bedachteste Gesamtaufnahme der 32 Sonaten im Hammerflügel-Format gelingen. Wenn mir auch (dies als kleine, sehr persönlich motivierte Einschränkung) Sokolovs verlangsamte, fast stockende Konzerthandhabe des Beginns op. 31,1 und sein insgesamt beherrschtes Zeitmaß für den ersten Satz als momentanes Maß aller Dinge erscheint, so gelingt es Brautigam trotz raschen Tempos, den Eindruck von mechanischer, etüdenmäßiger Geläufigkeit zu unterdrücken. Gould hat in diesem Fall die Rastlosigkeit auf die Spitze getrieben und folglich in den raumgreifenden „technischen“ Passagen nur so über die Tastatur gewischt.

Von Brautigam bekommt man zu hören, wie schön, wie gewissermaßen mehrzüngig eine Walter-Kopie klingen kann. Es zeigt sich, wie perfekt sich dieses wahre Beethoven-Instrument für ein furios und dennoch zivil gespieltes Scherzo eignet (aus op. 31,3), wie vorder- und hintergründig sich die rezitativischen Mitteilungen der d-Moll-Sonate ausmalen und aussprechen lassen. Viel schärfer als zuletzt Paul Lewis umreißt, charakterisiert Brautigam die verschiedenen Erlebensfacetten der drei Sonaten, hält für die graziösen Tanzwendungen (Menuetto op. 31,3) nicht minder als für die mechanischen Adagio-Windungen aus op. 31,1 die passenden Anschlagsarten und ein jeweils tragendes Gesamtkonzept für den betreffenden Satz bereit. Und im abschließenden „Presto con fuoco“ der Es-Dur-Sonate leuchtet und glitzert es bei hoher Betriebstemperatur. Während die Kollegenschaft hier oft in der Hektik des Gefallenwollens die Noten nur so herumpurzeln lassen, gelingt es dem Holländer, Ordnung zu wahren, ohne dabei auch nur eine Sekunde lang Temperament zu verleugnen.

Vergleichsaufnahmen: Gould (Sony), Lewis (Harmonia mundi HMC 901902), Wehr (Connoisseur Society), Oppitz (Hänssler 98.205)

Peter Cossé † [10.07.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 16 G-Dur op. 31 Nr. 1 00:23:14
4Klaviersonate Nr. 17 d-Moll op. 31 Nr. 2 (Der Sturm) 00:22:18
7Klaviersonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 (Die Jagd) 00:21:13

Interpreten der Einspielung

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