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CD-Besprechung

Naxos 8.559282

1 CD • 58min • 2006

29.05.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Streng genommen ist es nicht ganz richtig, die beiden hier gebotenen Werke in der Reihe “American Classics” zu veröffentlichen, denn sie stammen aus dem Jahr 1924 – mithin aus einer Zeit, als Ernst Toch noch in Deutschland wirkte, das er erst 1933 verließ. Abgesehen davon ist die Produktion zu begrüßen, ist doch das Schaffen von Toch auf Tonträgern immer noch erschreckend unterrepräsentiert. Die Kammermusik-Vereinigung Spectrum Concerts Berlin stürzt sich mit viel Engagement in diese deutsch-amerikanische Co-Produktion, die neben der Toch-Gesellschaft auch von der Kulturabteilung der amerikanischen Botschaft in Berlin und der Aaron Copland Stiftung unterstützt wurde. Die halbstündige Tanzsuite op. 30 für Flöte, Klarinette, Geige, Bratsche, Baß und Schlagzeug ist ungeachtet der kleinen Besetzung geradezu sinfonisch in ihrer Wirkung, auch wenn es schöne solistische Passagen gibt wie das Viola-Solo im Trio-Teil des einleitenden "Roten Wirbeltanzes" – hier dargeboten von dem bekannten Bratscher Hartmut Rohde. Die Mitwirkenden lassen spielerisch wenig Wünsche offen; irritierend ist lediglich das Dauer-Vibrato der Flötistin Marieke Schneemann und der Geigerin Priya Mitchell. Booklet-Autor Habakuk Traber gibt zwar Anregungen für tänzerische Umsetzungen dieser sechs facettenreichen Charakterstücke, bleibt aber die Information schuldig, ob das Werk schon von Toch für eine konkrete Choreographie konzipiert wurde oder ob es sich doch um ein eher konzertant gedachtes Stück handelt. Gleichwohl wäre es sicher lohnend, es einmal auf der Bühne zu erleben.

In eine andere Welt führt das Konzert für Cello und Kammerorchester, das im Tonfall an die Konzertmusiken von Hindemith erinnert. Der Pergamenschikow- und Schiff-Schüler Christian Poltéra hat hörbar Freude an dem dankbar gesetzten Solo-Part. Schade, daß das Orchester ungeachtet der solistischen Besetzung ihn in den lauten Tutti oft zudeckt. Auch tontechnisch ist die Balance zwischen Solo und Orchester nicht überzeugend gelöst. Der Klang ist sehr direkt abgenommen – vom Cello noch mehr als vom Orchester. In der Tanzsuite verstört zusätzlich das agressiv-scharfe Timbre des Klangs, und die Auspegelung geht manchmal an die Grenze des Erträglichen. Dessen ungeachtet leistet die CD musikalisch einen wichtigen diskographischen Beitrag.

Dr. Benjamin G. Cohrs [29.05.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ernst Toch
1Tanz-Suite op. 30 00:29:53
7Konzert op. 35 für Violoncello und Kammerorchester 00:27:41

Interpreten der Einspielung

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