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CD-Besprechung

Glor Classics 162202

1 CD • 78min • 2006

08.05.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Jungensembles sind im Trend, werden sie nun (wie das venezolanische Simon Bolivar-Orchester) von einem Mann aus den eigenen Reihen geführt oder vertrauen sie sich (wie die meisten europäischen Gruppierungen) einem bewährten Maestro an. Letzteres gilt auch für diese Aufnahme, die den Spagat über den Atlantik wagt: aus der Neuen Welt das Youth Orchestra of the Americas, aus der Alten Welt der jugendliche Chor – und an der Spitze einer der Unermüdlichen auf klassischem Feld, Plácido Domingo. Gemeinsam trugen sie das Verdi-Requiem in der Münchner Gasteig-Philharmonie am 6. August 2006 vor. Der Live-Mitschnitt ist sowohl auf CD (wovon hier berichtet wird) wie auf DVD erhältlich.

Es ist eine theatralische Darbietung und nimmt damit gewisse – aber nicht alle – Elemente der Verdi-Totenmesse auf. Ablesbar zum einen an den ziemlich zügigen, gelegentlich sogar hektischen Tempi Domingos. Mit 78 Minunten braucht er rund zehn Minuten weniger als beispielsweise Abbado, Karajan oder Giulini, dessen frühere Aufnahme von 1963 immer noch das Maß aller Dinge bleibt. Spürbar zum andern an den betonten, gelegentlich forcierten dynamischen Kontrasten. Es ist unverkennbar, dass sowohl die amerikanische Musikantenschar (deren Artistic Advisor Domingo ist) wie die von Joshard Daus betreute EuropaChorAkademie in der voluminösen Entfaltung ihre bestechendsten Fähigkeiten entfalten können. Gerade indessen der Chor, dessen wache Präsenz in Beethovens Missa solemnis unter Michael Gielen in bester Erinnerung ist, hat durchaus auch Qualitäten der wohlbewussten Klanggestaltung anzubieten.

Weniger glücklich scheint mir die solistische Besetzung mit der „Garde der jungen Weltklässe-Sänger“ (so im CD-Heft, das sonst mit Angaben sehr kärglich bleibt). Sie alle neigen vorschnell zum Stentorhaften. Der Tenor presst in der Höhe arg, der Bass bleibt stumpf, die Altistin gewinnt zu wenig Farben. Am bekanntesten ist die Sopranistin Cristina Gallardo-Domâs, aber ihr übermässiges Vibrato bringt gerade das abschliessende Libera me um einen Teil seiner meditativen Wirkung.

Mario Gerteis † [08.05.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giuseppe Verdi
1Messa da Requiem für Soli, Chor und Orchester 01:18:00

Interpreten der Einspielung

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