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CD-Besprechung

Mano a mano

Mano a mano

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 30.04.07

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Ondine ODE 1091-2

1 CD • 64min • 2006

Es dürfte ein merkwürdiges Gefühl sein, etwa 300 Jahre mehr oder weniger tief geschlafen zu haben und dann nicht nur aufzuwachen, sondern sich gleichsam geteilt oder wenn man so will doppelt wieder zu finden. Tatsächlich ist bei ernsthafterer Betrachtung die Gitarre so ein Doppel-Dornröschen, wachgeküsst vom Prinzen A mit seiner elektrischen Verstärkung für die schöne neue Pop-Wirklichkeit, aber auch wachgeküsst vom Prinzen B für die nicht ganz so schöne, dafür höchst realistische und nicht elektrisch verstärkte Neue-Musik-Nicht-Wirklichkeit. Kleiner Widerspruch? Nein, gute Musik hatte immer auch ein gewisses Recht auf Nicht-Wirklichkeit, und der eigenartig zurückgenommene klangliche Zauber dieser CD hier bildet einen quasi fast ökologischen Kontrast zur „wirklichen" Gitarrenmusik der heutigen Zeit, die das Autoradio dirigiert.

Henzes Royal Winter Music (1975/76) ist neben seinen wunderbaren frühen drei Tentos (1958) ein zentrales Werk zeitgenössischer Gitarrenliteratur; die Gitarre wird hier zu einem sprechenden Instrument, das die Personen eines Shakespeare-Dramas seismographisch zu Klang, besser, zu klingender Geste werden lässt. Timo Korhonen hat ein diffiziles Gefühl für die zarten, zitternden, beigen und grausilbernen Zwischentöne dieser eigenwilligen Musik, in der sich Henze als so professioneller wie universeller Sachwalter dieses für Komponisten nicht einfachen Instruments zeigt. Das gilt ebenso für Toru Takemitsu (1930 - 1996), dessen im November 1995 entstandenes In the Woods feinsinnige wie intensive Inspiration aber vor allem auch Freiheit und Raum atmet und dabei auch eine sehr charakteristische Leuchtkraft entfaltet. Korhonen gibt dem Gitarrenpart die notwendige Balance zwischen zeichnerischer Präzision, flinkem Pinselstrich und komponierter Architektur. Markus Lindbergs (geb.1958) Mano a mano (2004) wiederum ist eine Art dreisätziges Konzert in einer chaconneartigen Grundstuktur, wobei Lindberg viele klassische wie zeitgenössische Aspekte bruchlos und musikalisch stimmig zu einer eigenen Stilistik baut. Und Korhonen zeigt hier vorbildlich, dass sich Leidenschaft und Transparenz, Apotheose und Klarheit in keiner Phrase der Musik gegenseitig ausschließen.

Hans-Christian v. Dadelsen [30.04.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Lindberg Mano a mano
2 T. Takemitsu In The Woods (Drei Stücke für Gitarre)
3 H.W.  Henze Royal Winter Music (First Sonata on Shakesperean Characters)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Timo Korhonen Gitarre
 
ODE 1091-2;0761195109120

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