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CD-Besprechung

Franz Schubert: Die Winterreise op. 89 Nr. 1-24 D 911 (Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller)

Audite 1 CD 95.580

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 09.03.07

Audite 95.580

1 CD • 75min • 1952

Schuberts Winterreise ist fast untrennbar mit dem Namen des Baritons Dietrich Fischer-Dieskau verbunden, auch wenn es in der Schallplattengeschichte (ca. 150 Aufnahmen) viele andere bedeutende Interpreten dieses Zyklus gegeben hat. Doch der Berliner Sänger hat die Maßstäbe gesetzt, an denen die anderen gemessen werden, und nicht nur die jüngeren. Nicht weniger als zehn Winterreisen aus 42 Jahren (1948-1990) hat Fischer-Dieskau bei seinem Abschied von der Szene hinterlassen und jede trägt ihr eigenes Gepräge. Schon im Jahr seines Bühnendebüts an der Städtischen Oper Berlin, also als blutjunger Anfänger, hat er beim RIAS eine erste Annäherung gewagt, mit dem heute nicht mehr bekannten Begleiter Klaus Billing. In späteren Jahren standen ihm u.a. Gerald Moore, Daniel Barenboim, Alfred Brendel und zuletzt Murray Perahia als Partner zur Seite. Eine dieser Aufnahmen steht mit Sicherheit in jedem Plattenschrank.

Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und auch der persönlichen Einstellung zu diesem Zyklus, ob man den jungen, den mittleren oder den späten Fischer-Dieskau als Interpret der Winterreise vorzieht. Meine Präferenz liegt in diesem Fall beim jungen Sänger und speziell bei dieser Aufnahme des WDR (es war die zweite), die mir schon vorher bekannt war. Sie ist nicht erzählerisch-distanzierend, sondern unmittelbar dramatisch, scheut gelegentlich auch das opernhafte Pathos nicht und findet in jeder der „Vierundzwanzig Stationen der Verzweiflung“ – bei allem gestalterischen Raffinement, über das Fischer-Dieskau schon damals verfügte – einen direkt berührenden Herzenston. Die Stimme klingt rund und kernig, hat gleichzeitig baritonale Wärme und tenoralen Strahl und bewältigt eine dynamische Palette vom entrückten pianissimo bis zum expressiven forte.

Der Sänger hat später brillantere Pianisten zu Begleitern gehabt als den hier eingesetzten Komponisten Hermann Reutter, doch dessen Beitrag zu dieser Aufnahme ist nicht zu unterschätzen, weil er durch seine nachschöpferische Ernsthaftigkeit und Behutsamkeit das jugendliche Ungestüm des Sängers zugleich herausfordert und abfedert.

Ekkehard Pluta [09.03.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Die Winterreise op. 89 Nr. 1-24 D 911 (Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dietrich Fischer-Dieskau Bariton
Hermann Reutter Klavier
 
95.580;4022143955807

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