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CD-Besprechung

Ludwig van Beethoven Sämtliche Klaviersonaten Vol. 5

hänssler CLASSIC 98.205

1 CD • 70min • 2005

09.03.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die drei Sonaten op. 31 sind in ihren unterschiedlichsten dramaturgischen und technischen Eigenheiten eine erhebliche Herausforderung für jeden Interpreten. Ich möchte dies am Beispiel der G-Dur-Sonate op. 31,1 erläutern. Im allgemeinen – so auch bei Oppitz – wird der so sonderbar unwirkliche, überraschend verschobenee, irreführend nachklappend wirkende Beginn wie eine lästige Hauptsache mit knappem „Vorschlag“ gegeben. Und im Folgenden werden die beidhändig zu spielenden Auf- und Abwärtsbewegungen als wirre Etüden-Schlenker verschenkt, oft bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Auch Oppitz ist hier auf der schnellen Seite, nimmt diese Passagen gleichsam als Umweg zum endlich konkreten tänzerischen Seitengedanken. Leider hat sich Grigorij Sokolov nicht entschließen können, eine seiner Live-Aufnahmen dieses Werkes zu publizieren. Er zaubert mit elastischer Vorsicht den Beginn wie ein akustisches Kaninchen aus dem pianistischen Hut, artikuliert die erwähnten Akkordzerlegungen als Sprachmusik, als klingende, plastische Hauptsächlichkeit (erlebt in einem Konzert in Madrid).

In den folgenden Sätzen dieser Sonate und jenen der nachgereihten Sturm-Sonate zeigt Oppitz Sinn für mobile Behendigkeit, ohne die ironisierenden Kapazitäten des Adagio gracioso-Satzes op. 31,1 – wie etwa Glenn Gould – gänzlich auszureizen. Alles hat überzeugend Gewicht, wenn die Materie wie etwa in der d-Moll-Sonate ästhetisches Stirnrunzeln verlangt. Und im Gegenzug mangelt es diesem Musiker nicht an Leichtigkeit und rhythmischer Impulsivität, wenn ein Ortswechsel in Jagdgefilde auf dem Ausflugsprogramm steht – mit kleinsten, sozusagen eingeschossenen Notenwerten (Scherzo aus op. 31,3). Insgesamt empfinde ich Oppitz’ Aufnahme um einiges interessanter, anspruchsvoller als jene seines englischen Kollegen Paul Lewis, der sich beispielsweise für das zuletzt erwähnte Scherzo fast eine dreiviertel Minute mehr gegönnt hat. Dieses Mehr an gestalterischer Intensität gilt auch im Vergleich zur gerade im Entstehen begriffene Gesamtdarstellung der Sonaten durch den amerikanischen Pianisten David Allen Wehr, der 1987 den Klavierwettbewerb im spanischen Santander gewinnen konnte.

Vergleichs-aufnahmen: Lewis (Harmonia mundi HMC 901902), Gould (Sony), Wehr (Connoisseur Society CD 4263)

Peter Cossé † [09.03.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Klaviersonate Nr. 16 G-Dur op. 31 Nr. 1
2Klaviersonate Nr. 17 d-Moll op. 31 Nr. 2 (Der Sturm)
3Klaviersonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr. 3 (Die Jagd)

Interpreten der Einspielung

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