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CD-Besprechung

Carl Stamitz Duos for Violin & Viola Vol. 2

Carl Stamitz<br />Duos for Violin & Viola Vol. 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 26.02.07

Hungaroton HCD32453

1 CD • 68min • 2006

Diese solide Produktion zeigt, wieviel Länder wie Ungarn in puncto historisch informierter Aufführungspraxis noch nachzuholen hätten, wenn sie die Dominanz romantisierender Einflüsse prägender Pädagogen-“Schulen” abstreifen wollen. Schon der Booklettext sagt viel über Carl Stamitz, aber vergleichsweise wenig über die eingespielten Werke und führt den Hörer sogar in die Irre: So ist die erst im späteren 19. Jahrhundert erfundene, schulmeisterliche “Sonatenhauptsatzform” ein denkbar ungeeignetes Instrument, formbildende Prozesse der Mannheimer Schule zu beschreiben. Dieser Text ist ein Beispiel dafür, daß viel zu oft Werke des späten 18. Jahrhunderts von der Nachwelt stilistisch anhand von Parametern seziert werden, die überhaupt nichts mit den aus jener Zeit stammenden musiktheoretischen Lehrbüchern (die immer lebendige Praxis beschreiben!) zu tun haben.

Die hier gebotene Musik selbst ist zum Glück stärker als unbeholfene Analyseversuche. Es handelt sich durchweg um galante, fantasievolle Divertimenti, welche die auf den ersten Blick bescheidene Besetzung von Violine und Viola in immer neuen Facetten ausloten. Dies beginnt schon damit, daß die meisten dieser Werke dreistimmig angelegt sind; eines der beteiligten Instrumente hat also immer zwei Stimmen zu übernehmen, durch Doppelgriffe oder entsprechendes Figurenwerk. Der musikalische Reichtum dieser Preziosen ist wohl das stärkste Argument für die Produktion, es ist Spiel- und Unterhaltungsmusik im besten Sinne, die auch für den Hörer nicht langweilig wird.

Vilmos Szabadi und Péter Bársony sind zwei der führenden Streichersolisten Ungarns. In der Farbe und im Ausdruck harmonieren beide vorzüglich; die Stücke wurden hörbar intensiv erarbeitet, man könnte sich vielleicht weniger Pathos vorstellen. Der Klang ist selten aus einem tragenden piano entwickelt, beide Solisten geben ordentlich Dampf. Doch auch wenn die Abstimmung in puncto Artikulation, Phrasierung und Farbe sehr präzise ist – die derart ständig geschwollene Brust schmälert den Kontrastreichtum. Zu diesem Eindruck trägt auch der sehr direkt abgenommene, verhallte und wenig räumliche Klang bei.

Dr. Benjamin G. Cohrs [26.02.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Stamitz Duo C-Dur op. 10 Nr. 1 für Violine und Viola
2 Duo A-Dur op. 10 Nr. 2 für Violine und Viola
3 Sechs Duos (Divertimenti) op. 34 für Violine und Viola
4 Duo C-Dur für Violine und Viola

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Vilmos Szabadi Violine
Péter Bársony Viola
 
HCD32453;5991813245328

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