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CD-Besprechung

C.M. v. Weber

BIS 1 CD/SACD 1523

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 13.02.07

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BIS 1523

1 CD/SACD • 74min • 2005

Hier ist ein Spitzenprodukt anzukündigen, dessen künstlerische Bewertung mit „nur“ 7 Punkte unlogisch scheint. Zunächst: Was der schwedische Klarinettenvirtuose Martin Fröst in absoluter Übereinstimmung mit seinem Dirigentenpartner, dem französischen Geigenvirtuosen Jean-Jacques Kantorow und dem finnischen Orchester Tapiola Sinfonietta in die digitalen SACD-Spuren eingraviert hat, hat man so noch nie gehört: Man kann also von einer einzigartigen Interpretation der orchesterbegleiteten Klarinettenwerke Carl-Maria von Webers sprechen.

Und dennoch nur 7 Bewertungspunkte? Der Widerspruch löst sich schnell auf, wenn man die stupenden Spieltechniken der Darbietung vom musikalisch stilgerechten Gehalt dieser an Gefühlswerten unvergleichlich schönen und substanzreichen Meisterwerke des nach Mozart und neben Spohr größten Klarinettenromantikers trennt. Denn was Martin Fröst auf seinem Instrument des Elitefabrikats Buffet Crampon Tosca mit einem Chadash-Schnabelmundstück buchstäblich zum Besten gibt, erreicht im Hinblick auf Spieltechnik, auf Tonqualitäten und eine Ansatzkultur mit unglaublicher Stakkato-Zungenfertigkeit, Dynamik (wo gibt es ein derart „tragendes“, traumhaft hingehauchtes pianissimo zu hören?) und Reinheit der Intonation bis zu den feinsten Nuancen extrem hoher Registerlagen hinein eine Präzision, Beherrschtheit und Souveränität sondergleichen.

Als typischer Olympier die höchsten Treppchenstufen erstrebend hat Fröst diese Fähigkeiten jedoch einem einzigen Gott geopfert: Einer extremen Vision von Zeitmaßen und Temporelationen. Und diese Neigung ist es denn auch, woran diese Weber-Aufnahme unter allen vergleichbaren Einspielungen leidet: Geschwindigkeitsrekorde nach oben und nach unten! Fröst und Kantorow kennen kein romantisches Allegro, das sie nicht zu einer Presto-Jagd anstacheln, und kein Andante oder Adagio „ma non troppo“ (so Weber!), das nicht fast zu einer fernöstlichen Meditation als Triumph der Langsamkeit erstarrt. Fazit: Allen Bläserfreunden sei dieses Muster einer perfekt bewältigten Grenzüberschreitung als Ansporn und Warnung ans Musikerherz gelegt, allen Romantikern aber als Dokument einer technokratisch virtuos voll ausgereizten Könnerschaft und Sichtweise.

Dr. Gerhard Pätzig [13.02.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C.M. v. Weber Klarinettenkonzert Nr. 1 f-Moll op. 73
2 Klarinettenquintett B-Dur op. 34
3 Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 74
4 Concertino Es-Dur op. 26 für Klarinette und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Martin Fröst Klarinette
Tapiola Sinfonietta Orchester
Jean-Jacques Kantorow Dirigent
 
1523;7318599915234

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