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CD-Besprechung

devich trio the czech legacy II

Challenge Classics CC72158

1 CD • 64min • 2005

21.06.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 4
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Fehler, die auf rein technischer Ebene während einer Aufnahme gemacht werden, sind nicht unbedingt nur eine Angelegenheit von deren äußerer Erscheinung; Smetanas Klaviertrio g-Moll op. 15 in der Einspielung des Devich Trios ist ein Beispiel dafür, wie eine unvorteilhafte akustische Plazierung der Instrumente problematische Tendenzen der Interpretation noch potenzieren kann. Das ist sehr schade, weil das aus drei Nationalitäten bestehende Trio frisch und sensibel zusammenspielt und eine wirkliche Einheit ergibt.

Die Aufnahmetechnik hat jedoch die Balance der Instrumente zueinander gestört: Das von Hanna Devich gespielte Klavier ist viel zu weit in den Hintergrund gerückt. Dies verschafft zwar den Streichern, der Geigerin Sarah Oates und dem Violoncellisten Jasper Havelaar viel Raum für ihren Schönklang und ihren Sinn für die leisen Passagen. Besonders an denjenigen Stellen in allen drei Sätzen jedoch, in denen das Klavier brillante, ja donnernde Partien zu spielen hat, führt dies zu einer unbehobenen Diskrepanz: Das Klavier müßte ein überzeugendes und schweres Gegengewicht zu den massiven Streichern bilden, erklingt jedoch machtlos, aus der Ferne – wie auf Distanz gehalten.

Dazu kommt, nun aus interpretatorischer Perspektive, daß Hanna Devich sich zu stark zurückhält; sie läßt nie ein wirkliches forte, fortissimo oder gar fortefortissimo hören, wie es gefordert wäre, versagt sich die von Smetana notierten sforzati, bleibt also – ohne Not! – deutlich unterhalb ihrer Reserven. Dadurch versäumt sie es, die Klavierakkorde mit voller Kraft und einer gewissen Perkussivität tatsächlich zu setzen. Ein krasses Beispiel ist der Beginn der Reprise des 1. Satzes, in welche das Klavier forte und pesante, mit schweren Akzenten, einbrechen soll, Frau Devich jedoch nur sehr verhalten und legato einsetzt, also den Intentionen Smetanas klar zuwiderhandelt. Ähnliches gilt für das zweite Alternativo des langsamen Satzes.

Damit ist jedoch nicht nur ein aufnahmetechnisches Ungleichgewicht hergestellt, sondern auf tiefergehender Ebene die Konzeption des Klavierparts nicht voll verwirklicht: Smetana hat einen Klaviersatz notiert, der in seiner Vollgriffigkeit, seinen Oktavenläufen und Akkordkaskaden unmißverständlich den Virtuosengestus seiner Zeit anzitiert: ein Phänomen, das für ein kammermusikalisches Werk interessant genug ist, das aber in dieser Interpretation verloren geht.

Glücklicherweise gilt dieser kritische Befund nur in deutlich abgeschwächter Weise auch für Dvoráks Klaviertrio B-Dur op. 21; weil Dvorák das Klavier generell weniger konzertierend denn begleitend einsetzt, wirkt sich das Untergewicht des Klaviers hier auch weniger negativ aus.

Dr. Michael B. Weiß [21.06.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Bedřich Smetana
1Klaviertrio g-Moll op. 15
Antonín Dvořák
2Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 21

Interpreten der Einspielung

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