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CD-Besprechung

W.A. Mozart

Alpha Productions 1 CD Alpha 092

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.06.06

Alpha Productions Alpha 092

1 CD • 71min • 2005

Mozarts Leben im Dienst des Salzburger Fürstbischofs Hieronymus Colloredo war kein Zuckerschlecken, wie man weiß. Doch es hatte offensichtlich auch seine angenehmen Seiten. Die kleine Residenz- und Universitätsstadt hatte eine kulturbegeisterte Oberschicht aus Adligen und wohlhabenden Bürgern –Wolfgang Amadés Lebensgefühl dürfte also kaum ausschließlich aus Bedrückung infolge provinzieller Enge bestanden haben. Der schlagendste Beweis dafür, dass Salzburg auch positive Seiten hatte, besteht in den heiteren und geistvollen Werken der Instrumentalmusik, die er für die Salzburger Gesellschaft schrieb. Besonders eng waren die Beziehungen zur Familie des Grafen Lodron. Die Gräfin war eine Schwester von Bischof Colloredo und überdies eine begeisterte Musikliebhaberin. Für sie und ihre zwei Töchter schrieb Mozart das Konzert für drei Klaviere KV 242, das er später für sich und seine Schwester in ein Doppelkonzert umarbeitete. Auch zwei Serenaden entstanden für die Lodrons, deren zweite, für die Feier des Namenstags von Comtesse Antonia geschrieben, auf der vorliegenden CD erklingt. Die Aufführung der Serenata notturna ist für den Januar 1776 belegt; somit ist das Werk nicht für die Freiluftmusik geplant. Es ist an eine Aufführung des charmanten Divertimentos unter Ausnutzung raffinierter Raumwirkungen von an verschiedenen Stellen im Saal aufgestellten Orchestergruppen zu denken.

Die Kleine Nachtmusik ist 1787 entstanden, zusammen mit dem kurz zuvor komponierten Musikalischen Spaß ist sie Mozarts letztes explizites Wort zur Serenadenmusik. So derb wie der Musikalische Spaß die Unfähigkeit dilettantischer Musiker aufs Korn nimmt, so subtil verbindet die Kleine Nachtmusik den Charme des Divertimentos mit dem neuen Geist der sinfonischen Musik. Die Janusköpfigkeit des Werkes wird noch dadurch unterstrichen, dass ein ursprünglich an zweiter Stelle befindliches Menuett aus dem Werk entfernt wurde. Es ist unklar, ob der Satz von Mozart selbst entfernt wurde, oder ob ein Anderer diese Veränderung zu Gunsten einer sinfonischen Anlage des Stückes vorgenommen hat; heute können wir uns dieses populärste Werk W. A. Mozarts nur noch schlecht in einer anderen als der uns bekannten Form vorstellen, die einen völlig abgeschlossenen und harmonischen Eindruck vermittelt. Die solistische Besetzung, die Patrick Cohën-Akinine für die Kleine Nachtmusik gewählt hat, unterstreicht noch die sorgfältig ausbalancierte Dramaturgie der einzelnen Sätze, die von den enormen kompositorischen Fortschritten Mozarts seit den Salzburger Tagen kündet.

Patrick Cohën-Akinine wählt für die Salzburger Werke einen charmanten Tonfall, der die der Musik innewohnenden Spannungen nicht negiert, jedoch jegliche martialische Färbung meidet, wie sie beispielsweise gelegentlich den Marsch der Serenata notturna trüben kann. Die Kleine Nachtmusik erklingt als zierliches Drama und besticht gerade in der Miniaturisierung durch die solistische Besetzung mit feinster Klangrede und delikater Agogik.

Detmar Huchting [06.06.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Serenata notturna D-Dur KV 239 u..a.
2 Divertimento Nr. 15 B-Dur KV 287 (2. Lodronsche Nachtmusik)
3 Serenade Nr. 13 G-Dur KV 525 (Eine kleine Nachtmusik)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Les Folies françoises Ensemble
Patrick Cohen-Akenine Leitung
 
Alpha 092;3760014190926

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