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CD-Besprechung

W.A. Mozart

EuroArts 1 DVD-Video 2054578

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 08.05.06

EuroArts 2054578

1 DVD-Video • 1h 42min • 2005

Bedenkt man, mit welch ausgeklügelter Raffinesse modernes Streichquartettspiel, um wirklich erfolgreich zu sein, sich darum bemüht, die letzten und allerletzten, auf jeden Fall unerhörtesten Unterbewußtseinsschichten auch klassischen Repertoires herauszukitzeln, dann hätte man die vorliegende Einspielung in jeder Hinsicht als einen Rückschritt ins Mittelalter der kammermusikalischen Interpretationsgeschichte zu apostrophieren. Doch mir scheint diese ungemein sympathische Produktion etwas anderes anzuzeigen: daß nämlich der Weg weg von der chronischen Überreizung der Nerven zu den „einfacheren Genüssen” des musikalischen Lebens führt, die einem weit beglückendere, weil dauerhaftere Eindrücke bescheren können. Wieder einmal, sollte ich vielleicht hinzusetzen. Denn dieses hochtourige fin de siècle-Symptom ist ja wahrlich nicht neu, die vorletzte Phase solcher „Nervenkunst” gerade einmal achtzig, neunzig Jahre her. Faszinierend sind die Ergebnisse immer, faszinierend ist aber auch zu beobachten, wie das Pendel nach scheinbar endlosem Dauerdruck langsam wieder in die Gegenrichtung schwingt ...

Was nun die musikalische Darstellung der drei Quartette Nr. 14 Frühling, Nr. 19 Dissonanzen und Nr. 21 Erstes Preußisches sowie der Kleinen Nachtmusik angeht, bekommen wir hier einen klassischen, bewegt-beweglichen, in seiner Natürlichkeit rundum ansprechenden Mozart zu hören, der ebenso feinsinnig ausgeleuchtet ist wie das Ambiente, in dem die akustisch sehr schöne, volle Aufnahme entstand. Dazu paßt auch die unaufgeregte Regie, die uns mit einfachen Bildfolgen ein ungemein aufmerksames, an der Stuhlkante spielendes Ensemble sehen läßt, das es tatsächlich fertigbringt, durch den Verzicht auf jede Überspanntheit wieder den Komponisten in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, ohne daß damit auch gleich ein Verzicht auf den persönlichen, charakteristischen Ton des Ensembles einherginge. Das Quartett verrät – auch im Zusammenspiel mit dem Kontrabassisten Stefan Adelmann (KV 525) – eine geschmackvolle Intensität, dank derer selbst kleine melodische Einfälle oder Nebengedanken ihre prächtige Blüte erleben, aber eben in der Größe und richtigen Proportion zum Ganzen, nicht durchs Fischauge oder die Leselupe betrachtet; die Wechselbeziehungen zwischen den vier bzw. fünf Stimmen sind ebenso unaufgeregt wie inspiriert und daher mit hohem Vergnügen zu verfolgen – und am Ende gibt es eigentlich fast nur Gewinner. Betone: fast! Denn trotz der Spieldauer von rund einhundert gelungenen Minuten, den hübschen Bilderfolgen und dem feinen Klang halte ich € 22,90 für recht happig angesichts der Ausstattung, und da der Bonus „Hinter den Kulissen” lediglich aus einem kleinen Album munterer Standphotos besteht, sollte man sich’s vielleicht zweimal überlegen. Musikalisch ist das ganze, ich sag’ es gern nochmal, eine vorzügliche Sache.

Rasmus van Rijn [08.05.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Streichquartett Nr. 19 C-Dur KV 465 (Dissonanzen-Quartett)
2 Streichquartett Nr. 21 D-Dur KV 575
3 Serenade Nr. 13 G-Dur KV 525 (Eine kleine Nachtmusik)
4 Streichquartett Nr. 14 G-Dur KV 387

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gewandhaus Quartett Streichquartett
 
2054578;0880242545787

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