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CD-Besprechung

Einojuhani Rautavaara Song of My Heart - Orchestral Songs

Einojuhani Rautavaara<br />Song of My Heart - Orchestral Songs

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 10.11.06

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Ondine ODE 1085-2

1 CD • 58min • 2006

Eine schöne, volle, samtige Baritonstimme, die nur selten im höchsten Register an ihre Grenzen stößt; ein wunderbar atmosphärisches, vielfach in Pastelltönen gehaltenes Orchester; und ein Dirigent, der im Umgang mit der skandinavischen, insbesondere der finnischen Musik wahrlich über jeden Zweifel erhaben ist: Mehr muß man eigentlich gar nicht sagen über diese CD, die nicht nur Song of my heart betitelt ist, sondern auch genauso zusammengestellt und aufgenommen wurde.

Ein halbes Jahrhundert musikalischer Poesie vereint die Produktion. Von den drei Shakespeare-Sonetten (1951) des damals 23jährigen Rautavaara bis zu den drei Liedern aus der 1997 entstandenen Oper Aleksis Kivi reicht der unerhört lyrische Bogen, dessen Bestandteile dem Komponisten offenbar sehr am Herzen gelegen haben: Immerhin hat er die inzwischen über fünfzig Jahre alten Lieder nach Shakespeare erst 2005 einer Revision unterzogen – was sicher ein ebenso mutiger Schritt war wie die neuerliche Sichtung der 1964 komponierten vier Lieder Gottes Weg nach Bo Setterlind im Jahre 2003.

Was in diesen Jahrzehnten geschehen sein mag, weiß freilich nur Rautavaara allein. Doch es steht fest, daß er selbst mit den frühen, in der Kölner Studienzeit verfaßten Fünf Sonetten an Orpheus zufrieden sein kann. Wenngleich sich die Frage stellt, was einen derartigen Lyriker wohl dazu verführt haben mag, ausgerechnet mit Rilke zwölftönig zu komponieren: Sich eines fremden, subjektiv erfundenen Systems zu bedienen, um es dann mittels der eigenen Stimme überwinden zu wollen, könnte einem wie eine Zeit- und Talentverschwendung erscheinen; Einojuhani Rautavaara hätte diese Krücke gewiß nicht nötig gehabt, und es wäre gerade in diesen Liedern zweifellos nicht zu den kleinen Diskrepanzen gekommen, die zwischen seinem musikalischen Wollen und dem methodischen Dürfen entstehen mußten.

Dessen ungeachtet bleibt es bei der anfangs getroffenen Feststellung, daß wir es hier mit einer wunderbaren, bisweilen gar traumhaften Einspielung zu tun haben, die vom Hörer viel Ruhe verlangt, ihm dafür aber auch mindestens ebensoviel Ruhe und Schönheit schenkt.

Rasmus van Rijn [10.11.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 E. Rautavaara Three Sonnets of Shakespeare
2 Fünf Sonette an Orpheus
3 Die Liebenden
4 Guds väg
5 Three Songs from the Opera Aleksis Kivi

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gabriel Suovanen Bariton
Helsinki Philharmonic Orchestra Orchester
Leif Segerstam Dirigent
 
ODE 1085-2;0761195108529

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