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CD-Besprechung

G. Tartini

Naxos 1 CD 8.551243

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.01.06

Naxos 8.551243

1 CD • 73min • 2005

Zunächst für die geistliche Laufbahn bestimmt, floh Giuseppe Tartini (1692-1770) achtzehnjährig vor dem heiligen Leben in die Ehe, mußte allerdings ob dieses Frevels sein Heil in der Flucht suchen und weitere fünf Jahre auf die Erfüllung des Ehestandes warten. Sein Exil in Assisi stand ganz und gar im Zeichen musikalischer Vervollkommnung, und schließlich wurde Tartini zum legendären Virtuosen und bedeutenden Pädagogen und Musiktheoretiker, der als „Meister aller Nationen“ gerühmt wurde.

Tartinis technisch überaus anspruchsvollen Konzerte entfalten nicht ein virtuoses Feuerwerk wie die Werke seines 14 Jahre älteren Zeitgenossen Vivaldi, sie bestechen vielmehr durch Charme, Anmut und Esprit. Ariadne Daskalakis und Helmut Müller-Brühl haben für ihr Tartini-Porträt ein abwechslungsreiches Programm von fünf Konzerten zusammengestellt, das mit Ersteinspielungen zweier Stücke aufwartet, die sich als zeitgenössische Abschriften in der Berliner Staatsbibliothek, Sammlung Preußischer Kulturbesitz, befinden.

Vergleicht man die vorliegende CD mit dem zehn Jahre alten, thematisch weiter gespannten Tartini-Programm des Ensembles 415 (HMC 901548), das keine Überschneidungen mit der hier zu besprechenden CD aufweist, fällt besonders bei der Interpretation des Konzerts in a-Moll durch Enrico Gatti seine ausgefeiltere rhetorische Ausgestaltung der Partitur auf – der gelegentlich fast rhapsodische Tonfall bekommt Tartinis Musik außerordentlich gut. Von diesem musikalischen Feinsinn ist allerdings auf der harmonia mundi-CD schon einige Tracks später bei Chiara Banchinis Spiel nicht mehr viel zu spüren, hier wäre bei Ariadne Daskalakis entschieden mehr Charme und Eleganz zu erwarten, wenn denn ein Direktvergleich möglich wäre.

Ariadne Daskalakis spielt eine Guadagnini-Violine aus dem Jahr 1769, die 2005 mit einem „Tartini-Steg“ ausgestattet wurde und sie verwendet einen Bogen aus dem Jahr 1800, so wählt sie in der alten Streitfrage zwischen modernem und historisierendem Instrumentarium den Weg eines moderaten Kompromisses. Diese wenig ideologische Haltung trägt entscheidend zur unbeschwert musikantischen Atmosphäre dieser Aufnahme bei, zu der auch das Kölner Kammerorchester seinen aus vielen Barockeinspielungen bekannten adretten Tonfall beisteuert; vielleicht mag den Kölnern die differenzierte Haltung mancher Epochenorchester wie des Venice Baroque Orchestra mit seinem Leiter Giuliano Carmignola abgehen, doch wirken ihre Musizierfreude und ihre offenkundige Sympathie für Giuseppe Tartinis Musik unmittelbar ansteckend.

Detmar Huchting [06.01.2006]

ClavierTage Göttingen

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Tartini Violinkonzert E-Dur D 50
2 Violinkonzert A-Dur D 96
3 Violinkonzert G-Dur D 80
4 Violinkonzert h-Moll D 125
5 Violinkonzert D-Dur D 28

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ariadne Daskalakis Violine
Kölner Kammerorchester Orchester
Helmut Müller-Brühl Dirigent
 
8.551243;4891030514324

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