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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32296

1 CD • 64min • 2004

08.12.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Im Jahre 1846 ließ sich der belgische Instrumentenbauer Adolphe Sax die Erfindung eines neuartigen Blasinstrumentes, das nach ihm benannte „Sax-o-phon“, in Paris patentieren und ging damit erst einmal pleite. Dabei hatte er die Idee, für die französischen Militärkapellen ein lautstarkes Instrument zu schaffen, das zugleich leicht zu erlernen und zu spielen ist. In dieser Hinsicht hatte er großen Erfolg. Unverhofft ergriffen auch große Komponisten seiner Zeit die Chance, mit Hilfe dieses Instrumentenzwitters – halb Blechblasinstrument mit Klappen, halb Klarinette mit Holzbläser-Tonerzeugung – die Klangfarbenpalette ihrer Partituren zu erweitern (Berlioz, Meyerbeer, Bizet, Debussy u.a.). Der eigentliche Erfolg sollte dem Saxophon jedoch später im Jazz, im Varieté, im Zirkus und ganz allgemein in der Tanz- und Unterhaltungsmusik beschieden sein. Das hat dann aber die Modernisten unter den „Klassikern“ nicht ruhen lassen, eine passable Kammermusik- und Konzertliteratur für das Saxophon zu schaffen.

Damit war der Weg eines veredelten, sinfonischen Bläserstils mit entsprechend hochkultivierter Tongebung vorgezeichnet, der sich von allen Ulk-Effekten und jazzigen Anklängen strikt distanzierte. Inzwischen ist es geradezu richtungweisend geworden, mit anspruchsvollen Solisten- und Saxophon-Ensembles von Bachs Kunst der Fuge bis zur Avantgarde das Publikum zu erobern. In diese Richtung weist auch das Können und die Spielkultur des hier zu hörenden Sándor Rigó mit seiner Klavierpartnerin Barbara Lanariová. Ein dankbares Repertoire, gut anzuhören, haben für diese Zweierkombination von Blas- und Tasteninstrument der französische Meister Paul Bonneau (1918-1995) und der Amerikaner (italienischer Herkunft) Paul Creston (1906-1985) im vorliegenden Auswahlprogramm hinterlassen. Freilich mit der Einschränkung, daß die hier zu hörenden Interpreten manchen rhythmisch federnden Spielwitz Crestons und alle feinsinnigen Stilzitate aus Jazz und Blues bei Bonneau schlicht außer Acht lassen. Beiden Künstlern, voran der virtuos agierenden Pianistin, merkt man an, daß ihnen die erforderliche Leichtigkeit der Darbietung im Umgang mit den „swingenden“ oder tänzerischen Passagen der Notenvorlage fremd geblieben ist.

Dr. Gerhard Pätzig [08.12.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Paul Bonneau
1Suite für Altsaxophon und Klavier
2Deux Caprices en forme de valse
3Pièce concertante dans l'esprit »jazz«
Paul Creston
4Suite für Altsaxophon und Klavier
5Rhapsodie op. 108b für Altsaxophon und Klavier
6Concerto für Altsaxophon und Orchester

Interpreten der Einspielung

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