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CD-Besprechung

H. Berlioz

OehmsClassics 2 CD OC 906

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 13.09.05

OehmsClassics OC 906

2 CD • 1h 53min • 2003, 2004

Diese Berlioz-CD mit drei verschiedenen Produktionen unter Bertrand de Billy läßt aufhorchen. Das Requiem erklingt sorgsam ausgearbeitet, in weitgespannter Dynamik und mit Akzenten, die endlich einmal so drastisch musiziert werden, wie Berlioz sie auch gemeint hat. Nur der Ort dieser Live-Aufnahme vom 21. April 2003, das Wiener Konzerthaus, wird dem in erster Linie für große Hallenkirchen gedachten Werk nicht gerecht. Zwar ist die vergleichsweise trockene Akustik der Balance zwischen Chor und Orchester ausgesprochen zuträglich, aber die vier separaten Bläsergruppen und Pauken, die Berlioz in einigen Teilen vorschreibt und die in den verschiedenen Ecken postiert werden sollen, kommen hier kaum zur Geltung (z. B. Tr. 2, 5´29) – man hört die bestürzenden Klänge nur stereophon, aber nicht räumlich. Solche Werke wären Paradepferde für die SACD mit Mehrkanal-Raumklang – zumal in dieser Produktion auch die Dynamik an ihre Grenzen gerät und dann jede Räumlichkeit entfällt. Es ist schade, daß auch der Chor streckenweise Schwächen aufweist. Die Tenöre klingen etwas schwach (sind es zu wenige?) und setzen – wie auch die Soprane – exponierte, hohe Stellen mitunter in der Intonation zu tief an; bei den Frauenstimmen stört zudem das erhebliche Vibrato. Diese Mankos sind deshalb bedauerlich, weil Bertrand de Billy hier insgesamt ein sehr spannendes, differenziert musiziertes Konzert abgeliefert hat, mit dem er viele der selbst ernannten Berlioz-Spezialisten unter seinen Kollegen blaß aussehen läßt.

Ebenso spannend musiziert ist die Kantate Le Mort de Cléopatre in einem Live-Mitschnitt aus dem kleinen Salzburger Festspielhaus vom 18. August 2003, doch leider fällt die Aufnahme klanglich noch mehr ab: Extrem direkt und von oben abgenommen, springt einen der Orchesterklang geradezu an, auch wenn die räumliche Breite enorm ist. Probleme mit der Auspegelung gab es offenbar bei der Abnahme der Solistin Violeta Urmana; die Balance zwischen ihr und dem Orchester ist zudem ausgesprochen unstimmig. Die moderne Orchesteraufstellung mit allen Höhen links und allen Bässen rechts ist der Differenzierung zusätzlich abträglich. Die Ouvertüre Römischer Karneval ist eine mitreißende Zugabe in einer akustisch hervorragenden Produktion aus dem ORF-Studio. Künstlerisch eine klare 9 für alle drei Produktionen, klanglich jedoch ein Mittelwert aus einer 7, 4 und 9.

Dr. Benjamin G. Cohrs [13.09.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Berlioz Requiem op. 5 für Tenor, Chor und Orchester (Requiem)
2 La Mort de Cléopâtre für Sopran und Orchester (Scène lyrique)
3 Ouverture du Carnaval Romain op. 9

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Violeta Urmana Sopran
Giuseppe Sabbatini Tenor
Wiener Singakademie Chor
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor Chor
Radio-Symphonieorchester Wien Orchester
Bertrand de Billy Dirigent
 
OC 906;4260034869066

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