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CD-Besprechung

J. Haydn

hr-musik.de 1 CD hrmk 026-05

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 08.07.05

hr-musik.de hrmk 026-05

1 CD • 66min • 2004

Wenn es einen Prüfstein gibt, abseits aller Diskussionen um das so genannt „Authentische“, wie denn Haydn-Sinfonien heute aufzuführen seien, so ist es wohl dieser: Können die Frische, die Vitalität dieser Werke auf eine Art bewahrt und vermittelt werden, die der stupenden Originalität der Musik entsprechen? Anders herum gedreht: Lässt sich jener Effekt, den Haydns Kreationen im späten 18. Jahrhundert auf aufmerksame Zuhörer ausübten, für heutige Ohren noch fruchtbar machen? Hugh Wolff und seinem Hessischen Rundfunkorchester gelingt dies auf weite Strecken und auf beeindruckende Art. Das ist für sie kein Akt der geduldigen Routine, sondern eine lustvolle Herausforderung.

Versammelt sind mit den Sinfonien 88, 89 und 91 drei Werke, die zwischen den Blöcken der Pariser und der Londoner Sinfonien stehen – und wohl gerade deswegen, weil sie sich nicht so leicht etikettieren lassen, eher selten anzutreffen sind (mit Ausnahme der Nummer 88, die war schon bei den philharmonischen Giganten von gestern, Furtwängler, Walter, Bernstein, höchst beliebt). Rechtens würden sie eigentlich als Nachträge zu den Pariser Sinfonien gehören, denn Haydn komponierte sie mit Blick auf Aufführungen in der französischen Metropole. Und er kannte die hohen Ansprüche der Musikfreunde an der Seine.

Hugh Wolff hat schon bei seiner früheren Wirkensstätte, dem Saint Paul Chamber Orchestra, regelmässig Haydn gespielt. Er weiss, um was es geht. Seither hat er deutlich – aber nicht sklavisch! – profitiert von den Erkenntnissen „originalen“ Musizierens. Auch wenn er mit einem modernen Orchester (immerhin inklusive Cembalo) auftritt, fliessen Erkenntnisse des historischen Klangs in sein Interpretieren ein, locker und unverkrampft. Äusserst transparent das Geflecht der Stimmen, die Holzbläser durchaus bestimmend, die tiefen Streicher als markantes Bassfundament. Vor allem verstehen Wolff und seine Mitstreiter den geistvollen Witz der Vorlagen zu treffen, ihre kauzige Pointiertheit, ihr vergnügliches Löcken wider den Stachel des Vertrauten. Es ist, alles in allem, eine herzhaft humorvolle Darstellung.

Mario Gerteis † [08.07.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn Sinfonie Nr. 88 G-Dur Hob. I:88
2 Sinfonie Nr. 89 F-Dur Hob. I:89 (1787)
3 Sinfonie Nr. 91 Es-Dur Hob. I:91

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
hr-Sinfonieorchester Orchester
Hugh Wolff Dirigent
 
hrmk 026-05;4035714100261

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