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CD-Besprechung

Giuseppe Verdi: La forza del destino

BBC Classics 3 CD ORCV304

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 14.06.05

BBC Classics ORCV304

3 CD • 2h 37min • 1981

Verdis Oper La forza del destino hat sich in ihrer Mailänder Zweitfassung von 1869 auf den internationalen Bühnen durchgesetzt. Daß sich die Petersburger Urfassung von 1862 daneben behaupten könnte, wissen wir seit der Produktion des Petersburger Kirov-Theaters von 1995, die auch auf Tournee ging und mittlerweile auf CD und DVD vorliegt.

Die Unterschiede der Fassungen betreffen im wesentlichen die beiden letzten Akte. Dabei ist der dramaturgische Aufbau des dritten Aktes in der ersten Version weit überzeugender, weil die Feldlagerszene hier den drastisch-komischen Kontrapunkt zu der düsteren Fehde zwischen Alvaro und Don Carlo schafft und auch die Chronologie der Ereignisse einleuchtender gelöst ist. Wir kennen den versöhnlichen Schluß der Oper. Alvaro, vom Padre Guardiano ermahnt, kniet ergeben vor der Leiche seiner geliebten Leonora und läßt sich auf ein Wiedersehen im ewigen Leben vertrösten. Bei der Uraufführung stürzte er sich noch effektvoll vom Felsen und ließ dem Chor der Mönche keine andere Möglichkeit, als ihm „Orrore! Pietà, Signor! Misericordia!“ hinterherzurufen.

Die konzertante Aufführung der Erstfassung durch die BBC (1981) war eine schätzenswerte Pioniertat, doch ihre Veröffentlichung auf CD kommt zehn Jahre zu spät, da die Petersburger Einspielung (Philips) zwar nicht rundum gelungen, ihr aber doch deutlich überlegen ist. Das betrifft vor allem die Sänger. Zumal die beiden Stars halten bei weitem nicht, was ihre Namen versprechen.

Martina Arroyo, die den Part der Leonora zwölf Jahre zuvor schon für EMI aufgenommen hatte, zeigt ihre Prachtstimme bei dieser Gelegenheit in einem etwas derangierten Zustand. Es gibt einzelne schöne Phrasierungen zu bewundern, dazwischen aber auch manches Geheule zu beklagen. Peter Glossop, der in mageren Baritonzeiten in die erste Reihe der Verdi-Sänger aufsteigen konnte und von Herbert von Karajan gar als Jago im Salzburger Otello eingesetzt wurde, ächzt und stöhnt sich hier mit stumpfer und knorriger Stimme durch den Part des Don Carlo, daß dem Hörer die Tränen kommen – ein Tiefpunkt des Verdi-Gesanges auf Schallplatten! Kenneth Collins ist mit seinem gesunden und standfesten Zwischenfachtenor ein sicherer Posten als Alvaro und Don Garrard, Derek Hammond-Stroud und Janet Coster sind grundsolide Besetzungen für Padre Guardiano, Fra Melitone und Preziosilla. Dasselbe möchte man auch über den Dirigenten John Matheson sagen, nur daß das in diesem Fall nicht genügt. Trotz souveräner Gesamtdisposition bringt Matheson das Stück nicht richtig in Schwung und verfehlt damit das Plädoyer für die Petersburger Urfassung, was das ganze Unternehmen ja einzig legitimieren könnte.

Ekkehard Pluta [14.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Verdi La forza del destino

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Martina Arroyo Leonora di Vargas, Tochter des Marchese di Calatrava - Sopra
Roderick Kennedy Marcese di Calatrava - Baß
Alison Truefitt Curra - Sopran
Kenneth Collins Don Alvaro - Tenor
Philip O'Reilly Alcade - Baß
Peter Glossop Don Carlo di Vargas - Bariton
BBC Singers Chor
Kenneth Bowen Mastro Trabuco - Tenor
BBC Concert Orchestra Orchester
Janet Coster Preziosilla - Mezzosopran
John Matheson Dirigent
Derek Hammond-Strout Fra Melitone - Bariton
Don Garrard Padre Guardiano - Baß
 
ORCV304;0792938030425

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