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CD-Besprechung

Lux Aeterna

Lux Aeterna

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 01.06.05

Channel Classics CCS SA 22405

2 SACD stereo/surround • 1h 26min • 2004

Bei Aufnahmen von Chorwerken scheinen viele Tonmeister heutzutage einen Klang zu favorisieren, bei dem das begleitende Orchester oder Instrumentalensemble den Chor benachteiligt. Die Vorstellung, daß die Instrumentalbegleitung dem Chor gleichwertig ist, besser noch der Instrumentalklang in den Chorklang eingebettet sein sollte, ist kaum verbreitet – ein Umstand, der von vielen Chorleitern und Chorsängern ebenso bedauert wird wie von Freunden der Chormusik. Neuerdings wird die SACD-Technik leider sogar als Entschuldigung dafür genutzt, indem Tontechniker darauf hinweisen, daß man beim Abspielen auf einer herkömmlichen Stereo-Anlage eben immer Abstriche machen müsse. Doch die Gegenprobe dieser Neueinspielung des Requiems von Duruflé auf SACD im Mehrkanal-Format bestätigt meinen ersten Höreindruck, selbst die räumliche Auflösung im zweikanaligen Stereo-Modus ist nicht ganz so deutlich ist: Doch ist der Chorklang im Wesentlichen in den Instrumentalklang eingebettet, obwohl die Akteure hörbar um Balance und Transparenz bemüht sind. Man darf allerdings der Aufnahmeleitung nur einen leisen Vorwurf machen: Ein 29-köpfiger Chor wie hier kommt beim besten Willen nicht gegen eine große, romantisch disponierte Orgel an (klugerweise wurde hier nicht die an sich viel schönere, farbenreiche Orchesterfassung gewählt). Die Kompromisse in der Registrierung sind erheblich, insbesondere bei den wenigen wirklich lauten Stellen des Werkes: Das „Dies irae“ im „Libera“ (CD 1, Tr. 8, ab ca. 2'04) kommt erschreckend unspektakulär daher, obwohl es eigentlich der dramatische Höhepunkt des Werkes ist.

Allerdings ist das Requiem von Duruflé auch in der Orchesterfassung eines von der Balance her heikelsten Werke überhaupt ist; ich kenne keine einzige in dieser Hisicht völlig befriedigende Einspielung. Doch so schön hier auch gesungen wird – die Interpretation wirkt aufgrund der ungünstigen akustischen Umstände „gedeckelt“ und zurückhaltend. Darüber vermag mich auch der musikalisch bestens aufgelegte Chor nicht hinwegzutrösten.

Glücklicherweise gibt es aber noch die zweite der hier vorgelegten, recht kurzen CDs, die offenbar zwei dreiviertelstündige Teile eines dramaturgisch spannend zusammengestellten Konzerts darstellen: Hier zeigt sich der Männerchor The Gents unter Leitung von Peter Dijkstra ohne die für das Requiem benötigten weiblichen Gäste von seiner besten Seite – insbesondere in den klangschön, farbig und intensiv musizierten a cappella-Werken. Blitzsauber intoniert, gehen die Motetten von Poulenc, Durufle und Messiaen unter die Haut. Der Niederländische Chor kommt auch mit der französischen Deklamation hervorragend zurecht. Und mit Duruflés Messe cum jubilo geht es aufgrund ihrer Faktur besser als mit dem Requiem: Das liturgisch konzipierte, 20-minütige Stück verwendet neben einem Baritonsolo einen weitgehend einstimmig geführten Männerchor und ist in der Balance längst nicht so schwierig. Freilich vermittelt sich der Jubel des „Gloria“ (Tr. 7) und „Sanctus“ für meinen Geschmack in der Orchesterfassung (vgl. insbesondere die Einspielung unter Michel Plasson, EMI 5 56878 2) noch hemmungsloser – zumal hier in den lauten Passagen die zwölf Männerstimmen an die Grenzen ihrer Durchschlagskraft stoßen.

Eine Wertung in Ziffern gestaltet sich für diese Produktion ausgesprochen schwierig: Der Klang ist, abgesehen von der Grundproblematik, recht räumlich und präsent, allerdings sind die a cappella-Werke viel direkter abgenommen als die mit Orgelbegleitung, wodurch der Gesamteindruck völlig unterschiedlich ist. Der Chor musiziert ganz vorzüglich, doch Interpretation heißt eben auch die Realisierung des Klangs im Raum. Dafür stimmen hier die Parameter meiner Ansicht nach leider nur in den unbegleiteten Werken, die ich ohne zu zögern mit einer 10 bewerten würde. Ein kleiner Fehler im Text des Beihefts macht Lächeln: Gleich auf Seite 2 werden in der Bild-Unterschrift auch drei externe männliche Chorsänger als „female guest singers“ bezeichnet...

Dr. Benjamin G. Cohrs [01.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Duruflé Requiem op. 9
2 Nôtre Père
3 F. Poulenc Quatre petites prières de Saint François d'Assise FP 142
4 M. Duruflé Messe cum Jubilo op. 11
5 F. Poulenc Laudes de Saint Antoine de Padoue für Männerchor a cappella
6 O. Messiaen O Sacrum Convivium (1937)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
The Gents Chor
Christianne Stotijn Mezzosopran
Mattijs van de Woerd Bariton
Erwin Wiersinga Orgel
Quirine Viersen Violoncello
Peter Dijkstra Dirigent
 
CCS SA 22405;0723385224051

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