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CD-Besprechung

Schostakowitsch – Musik für Violine und Klavier

Schostakowitsch – Musik für Violine und Klavier

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.05.05

apollon classics apc 20104

1 CD • 60min • 2003

Eine eigentümlich weitläufige Kargheit geht von dieser späten Violinsonate des großen russischen Meisters aus, die heute wie ein steinernes Zeugnis aus einer fernen Zeit und fernen Kultur wirkt – und nichts deutet irgendwie darauf hin, daß zu gleicher Zeit Ligetis zweites Streichquartett oder das weiße Doppelalbum der Beatles (1968) entstanden. Die Bemerkung, in dieser Musik werde der eiserne Vorhang irgendwie hörbar, wird der immer wieder mutigen Position Schostakowitschs nicht gerecht, aber es ist ein Aspekt von Tragik, daß diese Aura, dieser unausgesprochene Schein doch nicht ganz unwahr ist. Die Musik wirkt verlassen, ausgedörrt, ja immer wieder auf reduzierte Art und Weise resigniert, dabei niemals wirklich „modern“, aber in ihrem stets maßgeschneiderten klassizistischen Duktus doch verstörend und auf präzise ausgelotete Weise unschön.

Jörg Faßmann und Gunther Anger zelebrieren diese Grundstimmung und geben dem vielfarbig diffizilen Grau der Musik eine rituelle, ja fast sakrale Form. Antiexpressiv, mit stets zurückgenommener Emotion, gleichsam dokumentarisch ist die Interpretation, was sich besonders eindringlich in den langsamen Sätzen eins und drei mitteilt. Dieser objektive, dabei durchaus in Distanz mitfühlende Gestus der Interpreten gibt der Musik etwas fast Photohaftes, etwas Objekthaft-Gegenständliches, das Zeugnis ablegt, um einer Wahrheit, aber nicht um eines irgendwie musikalischen oder ästhetischen Sachverhalts willen.

Ganz anders die Interpretation der Präludien (1933), hier in Form einer von Schostakowitsch autorisierten Bearbeitung für Violine und Klavier von Dmitri M. Zyganow, dem Primarius des Beethoven-Quartetts und langjährigen Freundes des Komponisten. Mit äußerster Spielfreunde, großem Kontrastreichtum und auch immer wieder notwendigem tänzerischem Elan zeigen sich Jörg Faßmann und Gunther Anger hier von einer im positivsten Sinne musikantischen Seite.

Hans-Christian v. Dadelsen [06.05.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Schostakowitsch Sonate G-Dur op. 134
2 24 Präludien op. 34

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jörg Faßmann Violine
Gunther Anger Klavier
 
apc 20104;4039731201048

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