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CD-Besprechung

The Art of Ida Haendel

The Art of Ida Haendel

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 28.04.05

VAI 4274

1 DVD-Video • 69min • 1980, 1981

Ida Haendel zählt zu den bedeutendsten Geigern des 20. Jahrhunderts – und ihre nahezu siebzig Jahre umspannende aktive Solisten-Karriere ist ohne Beispiel. Das in Polen geborene Wunderkind trat bereits mit sechs Jahren öffentlich auf und wurde von Carl Flesch und George Enescu unterrichtet. Um 1940 machte der Teenager erste Schallplattenaufnahmen in London, 1995 überraschte die gereifte Künstlerin die Musikwelt mit einer ungewöhnlichen Einspielung sämtlicher Bach-Solosonaten und Partiten. Ida Haendel hat ein riesiges Repertoire gespielt (darunter auch Ausgefallenes wie die Konzerte von Britten, Walton und Allan Pettersson, die Tartiniana Seconda von Dallapiccola oder die dritte Sonate von Enescu), doch das Brahms-Konzert blieb immer so etwas wie ihre Visitenkarte. 1937 gab sie damit ihr Londoner Orchester-Debut unter Sir Henry Wood, 1953 machte sie davon eine legendäre Einspielung für His Masters Voice mit ihrem Mentor Sergiu Celibidache am Pult (dessen letzte kommerzielle Plattenaufnahme).

Die vorliegende Fernsehproduktion stammt von 1980 aus Kanada, und man muss in Kauf nehmen, dass der Geigerin hier mit dem allenfalls routiniert begleitenden kanadischen Rundfunkorchester unter Franz Paul Decker kein auch nur annähernd so inspirierender Partner zur Seite stand. Dennoch ist die Aufnahme ein grandioses Zeugnis von Ida Haendels kraftvoll männlichem Spiel, ihrer tief durchdachten Darstellung und ihrer elementaren Musikalität. Was das Orchester betrifft, machen auch konventionelle Kameraführung und Schnitt wenig Freude, doch die Geigerin ist glücklicherweise gut ins Bild gesetzt, so dass man nicht nur ihren gänzlich unaffektierten Vortrag, sondern auch Details der Bogenführung, des Fingersatzes und des Vibratos bestens studieren kann.

Ein Jahr später war man hinsichtlich der Präsentation schon ein gutes Stück weiter: Pablo de Sarasates Carmen-Fantasie wurde richtiggehend in Szene gesetzt, mit flammendem Hintergrund, einer hinter dem Orchester, beim Schlagzeug plazierten Solistin im roten Zigeuner-Outfit und guten Kamera-Perspektiven. Auch Bild- und Tonqualität sind erheblich besser. Vor jedem Stück erläutert Ida Haendel in gut verständlichem Englisch (leider keine Untertitel) kurz ihre Beziehung zu dem betreffenden Werk. Auf die Frage, ob es ihr nicht langweilig würde, manche Werke seit Jahrzehnten zu spielen, sagt sie: „Jeder Tag bringt neue Entdeckungen. Dein Verständnis des Werkes entwickelt sich immer noch weiter.“ Dieser nie erlahmende Drang, „zum Kern der Dinge zu gelangen und die wahre musikalische Bedeutung einer Komposition herausfinden zu wollen“ (wie Rafael Kubelik die Geigerin charakterisierte), macht das Spiel von Ida Haendel so fesselnd und dieses Dokument, trotz aller filmtechnischen Handicaps, so wertvoll.

Sixtus König † [28.04.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Konzert D-Dur op. 77 für Violine und Orchester
2 P. de Sarasate Carmen-Fantasie op. 25 für Violine und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ida Haendel Violine
Orchestre de Radio-Canada Orchester
Franz-Paul Decker Dirigent
 
4274;0089948427290

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