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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901856

1 CD • 62min • 2004

25.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Drey treffliche Sonaten, die, wenn sie gehörig gespielt werden, einen guten Effect machen“ – diese Beschreibung in einer Anzeige in der „Staats- und Gelehrten Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten“ aus dem Jahre 1785, also zwei Jahre nach der Entstehungszeit der hier eingespielten drei Sonaten von Mozart, dürfte auch für diese Aufnahme gelten, denn Andreas Staier beleuchtet diese Werke, die im Aufbau der Großform und vor allem in den Tempobezeichnungen eine ungewöhnliche, ja geradezu komplementäre Vielfalt aufweisen, spieltechnisch virtuos, in der Phrasierung facettenreich und voller Pointen.

Staier schrieb für das Booklet einen kurzen Beitrag darüber, mit welcher Freiheit und zugleich welchem Vorbehalt ein heutiger Interpret die Ornamentationskunst des 18. Jahrhunderts bei der Wiedergabe der Werke von Mozart verwenden könnte – seine Deutung ist insofern überzeugend, als er das musikalische „Grundgerüst“ nie überwuchert und stets eine adäquate Lösung dafür findet, welche Art und Menge an Verzierungen ein Satz, ein Thema, überhaupt ein musikalischer Charakter vertragen können. Bestes Beispiel dafür ist die A-Dur-Sonate. Den 1. Satz verziert Andreas Staier nur wenig (denn ein Variationssatz bringt an sich schon verschiedene motivische oder texturelle Ausschmückungen mit sich). Im berühmten „Alla turca“-Finale erlaubt er sich aber „einen eigenen Kommentar“, und dieser ist so verblüffend witzig, so voller überraschender Momente (z.B. im Registerwechsel), daß wohl auch Mozart sich dabei den Bauch vor Lachen gehalten hätte.

Die witzigen Pointen tragen zwar zum trefflichen Eindruck der Aufnahme bei; die Interpretation von Andreas Staier bringt jedoch noch mehr, nämlich das fein ausgekostete Spiel jener Klangfarben und Klangcharaktere, die später in der Musik eines Beethoven und Schubert erscheinen werden. So erhält der Eröffnungssatz der F-Dur-Sonate dramatische Moll-Verdunkelungen, während der langsame Satz der Sonate C-Dur die zarte Abschiedsstimmung der Schubertschen Lieder vorausahnen läßt – Staier spannt in diesen Sonaten einen weiten Bogen zwischen Haydnschem Humor, Beethovenscher Dramatik und Schubertscher Poesie.

Dr. Éva Pintér [25.05.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Klaviersonate Nr. 10 C-Dur KV 330 KV 300h
2Klaviersonate A-Dur KV 331
3Klaviersonate Nr. 12 F-Dur KV 332 KV 300k

Interpreten der Einspielung

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