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CD-Besprechung

Antes BM-CD 31.9185

1 CD • 51min • 1996

21.04.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Als Komponist und Konteradmiral in einer Person (und obendrein Erfinder eines navigatorischen Regelkompaß) repräsentiert der Franzose Jean Cras eine in der Musikgeschichte gewiß nicht alltägliche Doppelbegabung. Im Hafen seiner Heimatstadt Brest wurde ihm ein Denkmal errichtet; seine kompositorische Meisterschaft aber lebt fort in den (viel zu seltenen) Aufführungen und Aufnahmen seiner erlesenen Werke. Das Streichtrio von 1926 nimmt sich aus wie ein kammermusikalisches Seitenstück zu Debussys La Mer: mit sanft bewegten, schimmernden Oberflächen, Wind und Wellen, fließenden Arabesken und Melismen. Und mit episodischen Landgängen zu einem orientalischen Intermezzo im langsamen Satz und einer südländischen Pizzicato-Serenade im Scherzo. Das fabelhafte Offenburger Streichtrio weiß sich vollkommen mit dieser mediterranen Musik zu identifizieren. Der Geiger Frank Schilli, sein Bruder Rolf Schilli an der Bratsche und der Cellist Martin Merker spielen die traumverlorenen Melodien, die fatamorganahaften Klänge, die rauh und improvisatorisch anmutenden Temperamentsausbrüche, daß es schöner, fesselnder, geheimnisvoller nicht denkbar wäre.

Auch Albert Roussel teilte seine beruflichen Neigungen zwischen dem Meer und der Musik, doch nahm er mit 25 Jahren bereits seinen Abschied bei der Marine. In Deutschland blieb das Lebenswerk des Franzosen noch weitgehend unbeachtet und unerforscht. Die Offenburger ehren den großen Komponisten mit einer ungeheuer spannungsgeladenen, detailbewußten und tiefgründigen Interpretation seines opus ultimum, seines Streichtrios op. 58, dessen Ausdrucksradius sie im hochexpressiven Adagio bis zu nachgerade orchestraler Wucht steigern. Mit dem frühen Trio des 21jährigen Jean Françaix klingt die CD aus, schwungvoll und vergnüglich, ein Ausflug in die musikalische Sphäre des Pariser Varietés, des Zirkus und der Music hall, unterbrochen nur von einem leisen, melancholischen Andante. Jean Cras bekannte einmal, er habe auf dem Meer Jahrzehnte damit verbracht, „gewaltige Horizonte zu betrachten, die Weiten, die so gleichförmig wie unendlich vielfältig waren“. Auf die Einspielungen des Offenburger Streichtrios trifft nur das eine zu: die unendliche Vielfalt.

Wolfgang Stähr [21.04.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jean Cras
1Streichtrio
Albert Roussel
2Streichtrio op. 58
Jean Françaix
3Streichtrio

Interpreten der Einspielung

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