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CD-Besprechung

S. Rachmaninow

Warner Classics 1 CD 2564 60613-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 29.04.05

Warner Classics 2564 60613-2

1 CD • 74min • 2004

Dem von Simon Rattle entscheidend geformten Birminghamer City-Orchester ist offenbar Glückliches beschieden, seit es den Dirigenten Sakari Oramo zum Chefdirigenten gewählt hat. Mir wurde das klar, als ich vor ein paar Jahren mit diesem Orchester in Bozen eine fulminante, packend durchorganisierte Aufführung des Klavierkonzerts von Busoni (mit Marc-André Hamelin als Solisten) erlebte. Auf diesem Niveau bewegt sich das Orchester unter Oramo auch, wenn es sich um die Puzzle-Qualitäten der Paganini-Rhapsodie von Rachmaninoff handelt. Alle divergenten Einzelheiten, zwischen Lyrik, Pathetik, Höllenfurcht und Hollywood-Melodik, wirken miteinander verzahnt wie ein musikalisch-genetischer Code: Eines entwickelt sich aus dem Vorhergehenden, als würden die Orchestermusiker nichts anderes als große Kammermusik in Szene setzen. Und inmitten dieses wunderbaren Kollektivs beweist Nikolai Lugansky einmal mehr, daß er heutzutage zu den allerersten pianistischen Autoritäten zu zählen ist. Er beherrscht sein Instrument, aber er spielt diese Beherrschung auf eine Weise aus, die dem Hörer Luft und Fantasie läßt, sich auf Rachmaninoff und dessen Eingebungen zu konzentrieren – und nicht nur auf die vordergründigen Facetten athletischen Klavierspiels.

Gekoppelt sind die Paganini-Metamorphosen mit den beiden großen Variations-Zyklen für Klavier solo. Lugansky besticht auch hier durch Logik, Beherrschtheit und Sinn für die einschmeichelnden Elemente beider Partituren, wobei er in den technisch schwierigen Passagen mit Vorzeigecharakter jeden Verdacht auf Egozentrik zerstreut. Was die Atmosphäre der Themengestaltung anbelangt, so erlaube ich mir in diesem Zusammenhang die frühe, die erste Decca-Version Vladimir Ashkenazys in Erinnerung zu rufen. Hier verspürte man noch mehr an leise vibrierender, fragender „Vergangenheit“ als bei Lugansky, der das (angebliche) Corelli-Thema direkter, realistischer intoniert.

Peter Cossé † [29.04.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 S. Rachmaninow Rhapsodie über ein Thema von Paganini a-Moll op. 43 für Klavier und Orchester
2 Variationen über ein Thema von Arcangelo Corelli op. 42
3 Variationen über ein Thema von Chopin op. 22

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nikolai Lugansky Klavier
City of Birmingham Symphony Orchestra Orchester
Sakari Oramo Dirigent
 
2564 60613-2;0825646061327

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