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CD-Besprechung

dacapo 8.226020

1 CD • 79min • 2003

16.02.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der Plot dieses Einakters, der 1919 in Kopenhagen seine Uraufführung erlebte, geht auf eine Novelle des dänischen Nobelpreisträgers Henrik Pontoppidan zurück. In einem kleinen Kaff in Jütland lebt ein Arztehepaar in gleichförmiger Langeweile vor sich hin, als es eines Abends unerwarteten Besuch von einem Fremden erhält, der inkognito bleiben will und sich Prinz Karneval nennt. Er verzaubert die Wohnstube in einen Festsaal, macht der frustrierten Ehefrau, die sich extra fein herausgeputzt hat, nach allen Regeln den Hof und verschwindet dann wieder lautlos. In der Erzählung fallen die Eheleute nach der kurzen Illuminierung ihres grauen Alltags in ihr früheres Dasein zurück. Im Libretto von Svend Leopold haben sie die Lektion verstanden und versuchen ein neues Leben zu beginnen.

Diese Geschichte ist, kein Zweifel, ein feiner, kleiner Opernstoff und der im Musikleben seiner Heimat äußerst einflußreiche, außerhalb aber so gut wie unbekannte Komponist Hakon Børresen (1876-1954) hat ihn mit großem handwerklichem Geschick und einiger Inspiration zu einer hübschen Konversationskomödie in der Nachbarschaft von díAlberts Die Abreise und Straussí Intermezzo geformt. Von den damals modernen Strömungen bleibt seine Musik weitgehend unberührt. Der überwiegend rezitativische Gesang bricht kurzzeitig zu ariosen Inseln auf, mit dem Orchester weiß Børresen souverän zu spielen. Da gibt es viele Farb- und Stimmungswechsel, die das Geschehen in Fluß halten, doch bei aller sinfonischen Versiertheit wird der Stil des Kammerspiels nie verlassen.

Die Eheleute sind mit den erprobten Wagnersängern Stig Fogh Andersen und Tina Kiberg besetzt, deren Stimmen bereits Spuren von Verschleiß zeigen und die nicht immer flexibel genug sind, um den lockeren Parlandoton, der an vielen Stellen gefordert ist, genau zu treffen. Trotzdem können sie durch prägnante Gestaltung Punkte machen. Der geheimnisvolle Gast ist bei dem Kavaliersbariton Guido Paevatalu gut aufgehoben, die beiden Dienerinnen sind mit den komödiantische Akzente setzenden Sängerinnen Edith Guillaume und Lise-Lotte Nielsen auf den Punkt besetzt. Das Orchester aus Odense setzt sich unter Tamás Vetö mit Liebe und Sorgfalt für das einst so erfolgreiche, mittlerweile auch in Dänemark nur noch selten gespielte Werkchen ein.

Ekkehard Pluta [16.02.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hakon Børresen
1The Royal Guest

Interpreten der Einspielung

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